Was wir betrachten, wird aktiv.
❓ FRAGE:
Lee, zunächst möchte ich mich für Ihre Bücher bedanken, die für mich eine wahre Offenbarung waren. Ich habe viele Autoren gelesen, und obwohl alle im Grunde Ähnliches schreiben, suchte ich nach einer universellen Antwort und fand sie schließlich in Ihren Hörbüchern. Sicherlich haben auch Sie viele zeitgenössische und ältere Autoren gelesen, zumal Ihr erstes Buch mit Zitaten aus „Denke nach und werde reich“ beginnt. Ich würde gerne Ihren Kommentar zum Prozess der sogenannten „Induktion“ hören, wie ihn Dr. Joe Dispenza in seinen Büchern nennt, da dieser Vorgang von fast allen Autoren beschrieben wird, die ich bisher gelesen habe.
❗️ ANTWORT von lee:
Im mechanischen Sinne ist Induktion das Auslösen einer Reaktion in einem System durch ein anderes. Man läutet an der Tür, und jemand dahinter gerät in Bewegung, um auf das Klingeln zu reagieren. Doch wie die Person sich weiter verhält, kann variieren und somit unterschiedliche Prozesse in Gang setzen.
In Dispenzas Terminologie ist dies Teil der Einleitung in den Meditationsprozess, um den Geist auf dem Vorgang – der Frequenz der Beobachtung – zu stabilisieren. Wenn Sie sich erinnern, basiert Dispenzas gesamte Terminologie und Arbeitsweise auf seiner persönlichen Erfahrung bei der Heilung seiner verletzten Wirbelsäule. Das Element, sich von allem abzulenken und sich auf ein Körperorgan einzustimmen, ist genau das, was er erfolgreich für sich selbst umgesetzt hat und nun auf andere Bereiche überträgt.
Aus Sicht des universellen Gesetzes handelt es sich um einen Prozess, bei dem die Dominanz einer Realität über eine andere anerkannt wird. Es geht nicht darum, was besser oder höher ist, sondern darum, dass das aktiv ist, worauf man blickt.
Zum jetzigen Zeitpunkt hat Dispenza dies intuitiv auf seine Praxis übertragen und sucht nun ebenso intuitiv nach Wegen, diese Prinzipien in anderen Richtungen anzuwenden. Soweit ich mich erinnere, erfolgt die Abstimmung dort über das Spüren des Raums ringsum. Das ist nichts anderes als eine Fokussierung der Aufmerksamkeit durch totale Präsenz im Empfinden des Jetzt.
Für Menschen, die einen Ausweg aus dem Schmerz suchen, reicht dies völlig aus, um es zur Selbstheilung zu nutzen. Sie benötigen keine tiefgreifenden Interpretationen oder Erklärungen – sie müssen lediglich aufhören, Widerstand gegen das zu leisten, was ihr Körper tut, um sich selbst zu heilen.
Als allgemeines Verständnis von Prozessen, beispielsweise für den kreativen Selbstausdruck, könnte ein solcher Ansatz aus dem Zusammenhang gerissen wirken. Das liegt nicht daran, dass er falsch wäre, sondern daran, dass der modernen Wissenschaft bisher die Basis für eine klare Deutung fehlt, wie der gesamte Prozess der Wechselwirkung funktioniert.




