Japan startet Fünfjahresprogramm mit einer Billion Yen zur Förderung der heimischen KI-Entwicklung
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Die japanische Regierung hat eine bedeutende öffentlich-private Initiative ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, die nationalen Fähigkeiten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) massiv voranzutreiben. Diese auf fünf Jahre angelegte Strategie beginnt mit dem Fiskaljahr 2026 und sieht die Bereitstellung von rund einer Billion Yen an staatlichen Mitteln vor. Dies entspricht umgerechnet etwa 6,3 Milliarden US-Dollar und soll eine robuste technologische Basis schaffen. Die strategische Stoßrichtung ist klar: Japans kritische Abhängigkeit von ausländischen KI-Entwicklungen soll reduziert werden, was als essenzielle Frage der nationalen Sicherheit und der langfristigen wirtschaftlichen Resilienz betrachtet wird.
Ein zentraler Pfeiler dieses Vorhabens ist die Etablierung eines neuen nationalen KI-Unternehmens. Dessen operative Tätigkeit soll im Frühjahr 2026 aufgenommen werden. Die Koordination dieser gewaltigen Anstrengung liegt in den Händen der SoftBank Group, die federführend ein Konsortium aus etwa zehn führenden japanischen Konzernen zusammenführt. Die Hauptaufgabe dieser neuen Struktur wird die Entwicklung eines hochskalierbaren Basis-KI-Modells sein. Experten peilen dabei eine Modellgröße von bis zu einer Billion Parametern an, was dem Niveau der weltweit führenden Systeme entsprechen würde. Für die Realisierung dieses Mammutprojekts ist die Rekrutierung von rund 100 hochspezialisierten Ingenieuren geplant, wobei Personal von SoftBank selbst sowie von Preferred Networks, Inc. eingeplant ist.
Die Finanzierung des gesamten Projekts ist mehrgleisig konzipiert. Neben den direkten staatlichen Subventionen hat sich die SoftBank Group zusätzlich verpflichtet, über einen Zeitraum von sechs Jahren etwa zwei Billionen Yen in den Aufbau der notwendigen Rechenzentrums-Infrastruktur zu investieren. Diese privaten Mittel sind konkret für den Bau entscheidender Datenzentren in den Präfekturen Hokkaido (Tomakomai) und Osaka (Sakai) vorgesehen. Die Inbetriebnahme dieser Anlagen ist für das Fiskaljahr 2026 terminiert. Die staatliche Unterstützung wird darüber hinaus darauf abzielen, die Anschaffungskosten für modernste Halbleiter zu subventionieren und die Sammlung sowie Aufbereitung der Trainingsdaten aktiv zu fördern.
Im Rahmen der nationalen KI-Strategie wird ein besonderer Fokus auf das Konzept der sogenannten „Physischen KI“ gelegt. Darunter versteht man die tiefgreifende Verschmelzung von Künstlicher Intelligenz mit der Robotik. Japan, das traditionell eine starke Position im Bereich der Robotik innehat, möchte dieses etablierte Know-how nutzen, um seine Wettbewerbsfähigkeit im Kontext der Industrie 4.0 nachhaltig zu stärken. Das neu entwickelte Basis-KI-Modell soll japanischen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, damit diese es branchenspezifisch anpassen können – insbesondere in Sektoren wie der fortschrittlichen Fertigung und bei autonomen Systemen.
Diese umfassende Strategie, welche staatliche Finanzmittel, private Investitionen, Humankapital und Infrastrukturentwicklung miteinander verzahnt, soll Japans technologische Souveränität im kritischen Feld der KI sichern. Die getroffenen politischen Weichenstellungen signalisieren den entschlossenen Willen des Landes, eine führende Rolle einzunehmen, selbst wenn man derzeit im direkten Vergleich zu den Vereinigten Staaten und China noch einen gewissen Rückstand aufweist. Es ist ein deutliches Bekenntnis zur technologischen Selbstständigkeit.
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Quellen
see.news
Wilayah.com.my
MarketScreener
mreport
MEXC News
The Japan News
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