UN-Sicherheitsrat tritt angesichts der Eskalation zwischen den USA und Venezuela nach Beschlagnahmung von Öltankern zusammen

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

Am Dienstag, dem 23. Dezember 2025, berief der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Dringlichkeitssitzung ein. Diese wurde auf Verlangen der Regierung Venezuelas einberufen. Im Zentrum der Debatte stand die rapide Verschlechterung der Beziehungen zwischen Caracas und Washington. Auslöser waren eine Serie von Tankerbeschlagnahmungen und die von den Vereinigten Staaten verhängte Seeblockade. Venezuela brandmarkte diese Aktionen als „internationalen Piraterieakt“, was den Höhepunkt der US-Druckkampagne gegen das Regime von Nicolás Maduro darstellte. Sowohl die Russische Föderation als auch die Volksrepublik China unterstützten die Initiative Venezuelas zur Einberufung des UN-Sicherheitsrates, wobei sie auf eine Klärung der Vorfälle im Rahmen des Völkerrechts drängten.

Die Konflikteskalation erreichte einen kritischen Punkt, nachdem die US-Küstenwache am 10. Dezember 2025 den Tanker Skipper im Zuge der sogenannten „Operation Southern Spear“ festgesetzt hatte. Nur zehn Tage später, am 20. Dezember 2025, wurde der unter panamaischer Flagge fahrende Tanker Centuries abgefangen. US-Präsident Donald Trump verkündete von Mar-a-Lago aus unmissverständlich die Notwendigkeit des Rücktritts Maduros und drohte mit Konsequenzen bei Widerstand. Die US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen verknüpfte diese Beschlagnahmungen mit den Bemühungen, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten zu unterbinden. Bereits seit Anfang September 2025 hatten amerikanische Militärschläge gegen kleinere Schiffe stattgefunden, bei denen Berichten zufolge über hundert Menschen ums Leben gekommen sein sollen.

Die Vereinigten Staaten begründen ihr Vorgehen mit dem Kampf gegen die organisierte Drogenkriminalität und dem Widerstand gegen das Maduro-Regime. Außenminister Marco Rubio behauptete, dieses Regime stehe in Verbindung mit dem als Terrororganisation eingestuften „Kartell der Sonnen“ (Cartel of the Suns). Caracas hingegen, vertreten durch Außenminister Iván Gil, beharrt darauf, dass die Beschlagnahmungen ein Akt der Aggression seien, der auf einen Regimewechsel abziele. Als direkte Reaktion initiierte die Nationalversammlung Venezuelas Gesetze, die „Piraterieakte“ gegen Handelsschiffe, die mit der Republik kooperieren, mit Freiheitsstrafen von bis zu zwanzig Jahren ahnden sollen.

Russland, vertreten durch Außenminister Sergej Lawrow, mahnte eindringlich, dass das Vorgehen Washingtons zu einem „fatale Fehler“ führen könne, der die Stabilität der Seetransporte in der gesamten Region gefährde. China, der größte Abnehmer venezolanischer Rohölexporte, verurteilte die Beschlagnahmungen scharf als groben Verstoß gegen das Völkerrecht und einseitige Einschüchterung, wie es der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, erklärte. Peking betonte Venezuelas Recht auf für beide Seiten vorteilhafte Kooperation, insbesondere mit der VR China, wohin der Großteil des Öls oft über die sogenannte „Schattenflotte“ transportiert wird. Die von den USA gestartete Militäroperation „Southern Spear“ umfasste seit dem 1. September 2025 die Entsendung erheblicher Seestreitkräfte, einschließlich einer Trägerkampfgruppe unter Führung des Flaggschiffs USS Gerald R. Ford.

Die von Präsident Trump am 17. Dezember verfügte Blockade hat bereits zu einem drastischen Einbruch der venezolanischen Ölexporte geführt, da Schiffe gezwungen sind, in lokalen Gewässern auszuharren. Ein drittes, ebenfalls sanktioniertes Schiff, die Bella 1, konnte am Sonntag durch eine Flucht vor der Verfolgung der Beschlagnahmung entgehen. Diese Konfrontation um maritime Vermögenswerte und Sanktionen markiert einen deutlichen Übergang von rein wirtschaftlichen Maßnahmen hin zu direkter militärischer Intervention, was international große Besorgnis auslöst. Die Festsetzung der Centuries, die laut Experten nicht unter Sanktionen stand, signalisiert eine Verschärfung der Politik der Trump-Administration. Venezuela und seine Verbündeten sehen darin eine direkte Bedrohung ihrer Souveränität und der internationalen Ordnung.

18 Ansichten

Quellen

  • Deutsche Welle

  • CBC News

  • Militarnyi

  • Reuters

  • The Washington Post

  • AFP

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