Eskalierender Handelskonflikt: USA verhängen 100-Prozent-Zölle als Reaktion auf Chinas Rohstoffkontrollen

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

Die globale Handelsarchitektur erlebt eine Phase tiefgreifender Neuausrichtung, ausgelöst durch die jüngsten Maßnahmen der Vereinigten Staaten gegenüber der Volksrepublik China. US-Präsident Donald Trump kündigte am 10. Oktober 2025 die Einführung von 100-prozentigen Zöllen auf sämtliche Importe aus China an, welche ab dem 1. November 2025 in Kraft treten sollen. Diese drastische Eskalation ist eine direkte Antwort auf Pekings kürzlich verhängte Exportkontrollen bezüglich seltener Erden, einem strategisch unverzichtbaren Material für die moderne Welt.

Die unmittelbare Folge dieser Ankündigung war eine spürbare Erschütterung der Finanzmärkte. Der marktbreite S&P 500 Index verzeichnete am Tag der Bekanntgabe einen Rückgang von 2,7 Prozent, was die stärkste Einbuße seit April darstellt. Diese Reaktion der Investoren verdeutlicht die tiefe Besorgnis über die Stabilität des internationalen Handelsgefüges, insbesondere im Technologiesektor, der stark von diesen kritischen Rohstoffen abhängig ist.

Seltene Erden, zu denen die 17 Elemente der Lanthanoide sowie Scandium und Yttrium zählen, sind das Rückgrat der Hochtechnologie, von Halbleiterbauelementen bis hin zu leistungsstarken Magneten in Elektroautos und Windkraftanlagen. China dominiert nicht nur die Förderung, sondern auch die Verarbeitung dieser essenziellen Materialien, was ihre Verfügbarkeit zu einer geopolitischen Sensibilität macht. Die Maßnahme der USA, die chinesische Produkte praktisch vom amerikanischen Markt auszuschließen, signalisiert eine neue Stufe der Konfrontation, die über frühere Handelskonflikte hinausgeht. Präsident Trump charakterisierte die Haltung Chinas zu den Exportkontrollen als „außerordentlich aggressiv“.

Die Entwicklung wirft ein Schlaglicht auf die Fragilität globaler Lieferketten. Präsident Trump erwog öffentlich die Absage seines für zwei Wochen später angesetzten Treffens mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping beim Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation (APEC) in Seoul, Südkorea. Er äußerte, es scheine keinen Grund mehr für ein solches Gespräch zu geben, da die Volksrepublik zunehmend „feindselig“ agiere. Wenige Tage später präzisierte er jedoch, dass er davon ausgehe, das Treffen werde stattfinden, was auf einen taktischen Druckaufbau hindeute. Die potenziellen Auswirkungen dieser Zölle auf die globale Wirtschaft sind immens, da sie die Kosten für Technologiekomponenten empfindlich erhöhen und die Produktionsprozesse weltweit beeinflussen könnten.

Die Welt beobachtet nun gespannt, ob Peking auf diese harte Linie mit weiteren Vergeltungsmaßnahmen reagiert oder ob sich ein Raum für eine Deeskalation auftut, möglicherweise durch eine Rücknahme der Exportbeschränkungen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Märkte und die beteiligten Akteure in der Lage sind, diese neue Realität der verstärkten wirtschaftlichen Autarkiebestrebungen und Rohstoffpolitik zu integrieren.

Quellen

  • New York Post

  • ABC News

  • The Economic Times

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?

Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.