IEA beschließt historische Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl infolge der Blockade der Straße von Hormus
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat eine beispiellose Maßnahme zur Stabilisierung der Weltmärkte verabschiedet und die Freigabe von insgesamt 400 Millionen Barrel Rohöl aus den strategischen Reserven ihrer Mitgliedsländer genehmigt. Diese koordinierte Aktion wurde am 11. März 2026 im Rahmen einer Dringlichkeitssitzung der Mitgliedsregierungen beschlossen und markiert die umfangreichste Intervention in der Geschichte der Organisation. Fatih Birol, der Exekutivdirektor der IEA, erklärte hierzu, dass die Schwere der aktuellen Marktverwerfungen eine globale und entschlossene Reaktion unumgänglich mache.
Die Entscheidung ist eine direkte Antwort auf die massiv gestiegenen Energiepreise, die durch den Ausbruch militärischer Konflikte zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran am 28. Februar 2026 ausgelöst wurden. Kern der Krise ist die faktische Blockade der Straße von Hormus, einer strategischen Wasserstraße, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels auf dem Seeweg transportiert wird. Nach Angaben der IEA sind die Exportmengen durch diese Passage auf weniger als 10 % des Niveaus vor dem Konflikt gesunken, was die regionalen Akteure zu einer Reduzierung der Förderung zwang. Im Jahr 2025 passierten durchschnittlich 20 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte pro Tag diese Meerenge.
Die militärische Eskalation, die auf gemeinsame Schläge der USA und Israels sowie die Ausschaltung des obersten iranischen Führers Ali Chamenei folgte, führte zu einem sprunghaften Anstieg der Versicherungsprämien für den Transit. In der Folge wurde der Versicherungsschutz für Haftpflichtrisiken vollständig eingestellt, was die Durchfahrt für die meisten Reedereien wirtschaftlich unmöglich machte. Die Preise für die internationale Referenzsorte Brent stiegen daraufhin kurzzeitig auf über 100 US-Dollar pro Barrel, nachdem sie vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten bei etwa 70 US-Dollar gelegen hatten.
Die Bereitstellung der 400 Millionen Barrel erfolgt zeitlich gestaffelt und orientiert sich an den spezifischen nationalen Gegebenheiten der IEA-Mitgliedstaaten. Dies stellt die sechste kollektive Aktion der IEA seit ihrer Gründung im Jahr 1974 dar. Zum Vergleich: Die bisher größte Freigabe betrug 182 Millionen Barrel und erfolgte im Jahr 2022 nach der großflächigen Invasion Russlands in die Ukraine. Japan, das bei seinen Ölimporten zu 70 % von der Straße von Hormus abhängig ist, erklärte sich bereit, als eines der ersten Länder rund 80 Millionen Barrel aus seinen Reserven freizugeben, beginnend ab dem 18. März.
Diese weitreichende Entscheidung der IEA, die unmittelbar vor einem Gipfeltreffen der G7-Staaten getroffen wurde, verdeutlicht das geschlossene Engagement der führenden Verbrauchernationen gegen einen drohenden Kollaps des Energiemarktes. Analysten des Hauses Bernstein hatten gewarnt, dass die Preise bei einer langanhaltenden Störung der Lieferwege bis auf 150 US-Dollar pro Barrel steigen könnten. Experten betonen jedoch, dass die Notfallfreigabe zwar den ersten wirtschaftlichen Schock abfedern kann, eine dauerhafte Stabilisierung der Preise und Lieferströme jedoch zwingend die Wiederaufnahme des sicheren Transits durch die Straße von Hormus voraussetzt.
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Quellen
Al Jazeera Online
Reuters
Al Jazeera
CBS News
The Guardian
Britannica
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