Entdeckung der Exoplanetin L 98-59 d: Eine glühende Welt mit Magmaozean und Schwefelatmosphäre

Bearbeitet von: Uliana Soloveva

Im März 2026 bestätigte ein internationales Forschungsteam offiziell die außergewöhnlichen Eigenschaften der Exoplanetin L 98-59 d. Die Wissenschaftler nutzten hierfür präzise Daten des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) sowie ergänzende Beobachtungen von bodengebundenen Observatorien. Diese Entdeckung markiert einen Meilenstein in der Erforschung fremder Sonnensysteme und liefert neue Erkenntnisse über die Vielfalt planetarer Atmosphären.

Die ferne Welt befindet sich in einer Entfernung von etwa 34 bis 35 Lichtjahren zur Erde und umkreist einen lichtschwachen Roten Zwerg auf einer sehr engen Bahn. Aufgrund der extremen Strahlung des Muttersterns herrschen dort Temperaturen von über 1.500 °C, was die Existenz eines permanenten Magmaozeans auf der Oberfläche bedingt. Diese glühende Welt bietet somit eine einzigartige Gelegenheit, die physikalischen Prozesse unter extremen Bedingungen zu studieren.

Aktuelle Untersuchungen, die im Fachjournal Nature Astronomy veröffentlicht wurden, belegen zudem eine Atmosphäre auf, die reich an Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff (H₂S) ist. Die Studie wurde von Harrison Nicholls vom Institut für Astronomie der Universität Cambridge geleitet. Die Analyse der atmosphärischen Zusammensetzung liefert entscheidende Hinweise auf die geochemischen Prozesse, die tief im Inneren des Planeten ablaufen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der anomal geringen Dichte des Planeten, obwohl seine Größe die der Erde um das 1,6-fache übertrifft. Diese Daten stellen gängige Modelle der Planetenklassifizierung infrage, da sie keine klare Trennung zwischen Kruste und Mantel erkennen lassen, wie man sie von der Erde kennt. Diese Entdeckung zwingt Astronomen dazu, ihre Vorstellungen von der inneren Struktur und der Zusammensetzung von Supererden grundlegend zu überdenken.

Modellrechnungen zur fünf Milliarden Jahre langen Evolution des Himmelskörpers deuten darauf hin, dass sein Inneres aus einer tiefen, geschmolzenen Masse besteht. Dieser globale Magmaozean reicht Tausende Kilometer in die Tiefe und begründet eine neue Klasse von Planeten, die von schweren Schwefelverbindungen dominiert werden. Dieses Phänomen unterscheidet L 98-59 d massiv von den bekannten Gesteinsplaneten unseres Sonnensystems und eröffnet neue theoretische Perspektiven.

An der Forschungsarbeit waren auch Richard D. Chatterjee von der University of Leeds und Raymond T. Pierrehumbert als Co-Autoren beteiligt. Chatterjee erklärte, dass der nachgewiesene Schwefelwasserstoff eine zentrale Rolle in der dynamischen Entwicklung und der Gashülle des Planeten spielt. Die Zusammenarbeit dieser renommierten Institutionen unterstreicht die globale Bedeutung der Mission und die Komplexität der astrophysikalischen Datenanalyse.

Experten der University of Oxford vermuten zudem, dass L 98-59 d ursprünglich als deutlich größerer Mini-Neptun entstanden sein könnte. Im Laufe der Zeit verlor der Planet jedoch einen Teil seiner ursprünglichen Hülle durch einen außer Kontrolle geratenen Treibhauseffekt. Dieser Prozess der atmosphärischen Erosion ist ein Schlüsselaspekt für das Verständnis der langfristigen Stabilität von Planeten in der Nähe ihrer Muttersterne.

Der Magmaozean dient dabei als langfristiger Speicher für Schwefel und half dem Planeten, trotz harter Röntgenstrahlung seines Sterns eine dichte Atmosphäre zu bewahren. Zukünftige Missionen wie Ariel und PLATO sollen diese Erkenntnisse nutzen, um die Vielfalt der Planeten in unserer Galaxie weiter zu entschlüsseln. Die Erforschung solcher Welten ist essenziell, um die feurigen Entstehungsphasen von Planeten wie der Erde besser zu verstehen.

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Quellen

  • O Globo

  • CNN Brasil

  • arXiv

  • University of Oxford

  • BBC Science Focus Magazine

  • Sputnik Brasil

  • ScienceDaily

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