CIA verweigert Stellungnahme zu Aufzeichnungen über interstellaren Kometen 3I/ATLAS
Bearbeitet von: Uliana S.
Am 31. Dezember 2025 veröffentlichte die Central Intelligence Agency (CIA) eine Antwort auf eine im Rahmen des Freedom of Information Act (FOIA) gestellte Anfrage. Darin erklärte die Behörde, sie könne weder die Existenz noch die Nichtexistenz von Dokumenten bezüglich des interstellaren Kometen 3I/ATLAS bestätigen oder dementieren. Zur Begründung des Geheimhaltungsstatus potenzieller Unterlagen berief sich die Agentur auf die Executive Order 13526 sowie den CIA Act von 1949. Diese offizielle Haltung zu einem allgemein bekannten astronomischen Objekt löste umgehend intensive Diskussionen in der Öffentlichkeit und unter Forschern aus.
Der Komet 3I/ATLAS, auch bekannt als C/2025 N1 (ATLAS), wurde erstmals am 1. Juli 2025 gesichtet. Damit avancierte er zum dritten bestätigten interstellaren Besucher unseres Sonnensystems, nach 1I/ʻOumuamua und dem Kometen 2I/Borisov. Obwohl Vertreter der NASA am 19. November 2025 das Objekt eindeutig als natürlichen Kometen klassifizierten, zeigte sich der Harvard-Astrophysiker Avi Loeb irritiert über diese Eindeutigkeit angesichts der Reaktion der CIA. Loeb spekulierte, dass die Weigerung der CIA darauf hindeuten könnte, dass die Nachrichtendienste ein potenzielles „Schwarzer-Schwan“-Ereignis überwachen wollten, ohne die Bürgerschaft sofort zu informieren.
Nach dem Durchgang des Perihels am 29. Oktober 2025 zeigte das Objekt ein bemerkenswertes, anomales Verhalten. Dazu gehörte ein Jet, der direkt in Richtung Sonne gerichtet war – ein Vorgang, der für einen typischen Kometenschweif untypisch ist. Schätzungen zufolge erreichte der Kern des Kometen einen Durchmesser von 5,6 Kilometern. Darüber hinaus ergab die Spektralanalyse erhöhte Nickelkonzentrationen, was einige Wissenschaftler eher auf industrielle Materialien als auf kosmische Eisvorkommen zurückführten. Eine Untersuchung des Breakthrough Listen Projekts im Dezember 2025 konnte indes keine eindeutigen, schmalbandigen Radiosignaturen von 3I/ATLAS nachweisen.
Das Himmelsgestirn passierte die Erde am 19. Dezember 2025 in einer Entfernung von 1,8 Astronomischen Einheiten (AE) und hatte die Grenzen des Sonnensystems bis zum 6. Januar 2026 bereits wieder verlassen. Aktuell liegt der Fokus der Forscher auf der maximalen Annäherung an Jupiter, die für den 16. März 2026 angesetzt ist, wobei dann ein Abstand von etwa 53,6 Millionen Kilometern erwartet wird. John Greenewald Jr., der die ursprüngliche FOIA-Anfrage initiiert hatte, legte offiziell Berufung gegen die Antwort der CIA ein. Er argumentiert, dass die bloße Existenz grundlegender Aufzeichnungen keine Sicherheitsbedrohung darstellen dürfe. Bemerkenswert ist, dass die CIA in ihrer Antwort explizit festhielt: „Die Tatsache der Existenz oder Nichtexistenz solcher Aufzeichnungen ist derzeit und ordnungsgemäß als geheim eingestuft.“
Der Einsatz der sogenannten „Glomar Response“ durch die CIA in Bezug auf einen dokumentierten Himmelskörper stellt einen klaren Widerspruch zur wissenschaftlichen Bestätigung seiner natürlichen Herkunft durch die NASA dar. Dieser Schritt deutet darauf hin, dass die Geheimdienste nach einer anderen Risikobewertung agieren, bei der die Milderung der Folgen extrem unwahrscheinlicher, aber katastrophaler Ereignisse Vorrang vor wissenschaftlicher Transparenz bezüglich dieses Objekts hat. Die Geheimhaltung, unabhängig von der tatsächlichen Natur des Kometen, verschiebt 3I/ATLAS von einem gewöhnlichen astronomischen Phänomen in den Bereich nachrichtendienstlicher Interessen und könnte einen Präzedenzfall für den Umgang mit zukünftigen interstellaren Objekten schaffen.
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Quellen
Mashable India
Mashable ME
The Interstellar Comet That's Spilling Its Secrets—3I/ATLAS Water Production
If 3I/ATLAS is a Comet, Why Would the CIA “Neither Deny, Nor Confirm” the Existence of Records on It? | by Avi Loeb
Astronomers examine rare interstellar comet for signs of technology - Chron
Comet 3I/ATLAS Facts and FAQS - NASA Science
VICE
The Economic Times
Mashable ME
Medium
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