Astronomen beobachten beispiellosen Massenausstoß eines Roten Zwergs: StKM 1-1262 im Fokus

Bearbeitet von: Uliana S.

Astrophysiker haben erstmals einen gewaltigen Massenausstoß (GME) bei einem Stern außerhalb unseres Sonnensystems eindeutig nachgewiesen. Bei dem betreffenden Objekt handelt es sich um den Roten Zwerg mit der Bezeichnung StKM 1-1262, der sich in einer Entfernung von rund 130 Lichtjahren zur Erde befindet. Diese bahnbrechende Entdeckung, die detailliert im Fachjournal Nature veröffentlicht wurde, markiert einen Meilenstein in der Erforschung des Weltraumwetters in fremden Sternsystemen.

Der registrierte GME wird als ein sternisches Ereignis eingestuft, bei dem eine Energiemenge freigesetzt wurde, die dem Verlust von Masse von 5,3 Millionen Sonnen pro Stunde entspricht. Die Geschwindigkeit, mit der dieses Material ausgestoßen wurde, betrug beachtliche 2400 Kilometer pro Sekunde. Zum Vergleich: Solch extrem schnelle Ereignisse sind bei den Flares unserer Sonne nur in etwa 0,05 Prozent der Fälle zu beobachten, was ungefähr einem von 2000 Sonnen-GMEs entspricht. Die Forscher betonen, dass die Intensität dieser Eruption die stärksten bekannten Sonnenereignisse um das Zehn- bis Hunderttausendfache übertrifft.

Dieser Durchbruch wurde durch die Entwicklung der Methode des Radio- und Infrarot-Multiband-Spektral-Surveys (RIMS) ermöglicht. Diese Technik wurde maßgeblich von Forschern des Pariser Observatoriums, insbesondere von Cyril Tasse und Philippe Zarka, konzipiert. Mithilfe dieser Methode gelang es, das Typ-II-Radioemissionssignal zu detektieren, das von der entstehenden Schockwelle herrührt. Dies liefert den direkten Beweis dafür, dass das Sternmaterial das Magnetfeld des Sterns vollständig verlassen hat und in den interplanetaren Raum strömt. An der wegweisenden Untersuchung waren auch Harish K. Vedantham und Timothy W. Shimwell beteiligt.

Rote Zwerge, zu denen StKM 1-1262 zählt – dieser Stern besitzt etwa die Hälfte der Sonnenmasse –, weisen oft wesentlich stärkere Magnetfelder auf als unser Zentralgestirn. StKM 1-1262 rotiert etwa 20-mal schneller als die Sonne und besitzt Schätzungen zufolge ein Magnetfeld, das ungefähr 300-mal intensiver ist. Wissenschaftler, darunter Jo Cullingam von der Universität Amsterdam, heben hervor, dass der Nachweis dieser Typ-II-Radioemission das überzeugendste direkte Indiz für das Vorhandensein eines GME jenseits unseres Sonnensystems darstellt.

Solche massiven Ausbrüche bergen eine latente Gefahr für umlaufende Planeten. Die Experten weisen darauf hin, dass derartige Eruptionen zur Ionisierung und letztlich zur Abtragung der Atmosphären von Planeten führen können, die sich auf zu engen Umlaufbahnen befinden. Dies ist ein entscheidender Faktor bei der Bewertung der potenziellen Bewohnbarkeit von Exoplaneten, die Rote Zwerge umkreisen. Zukünftig planen die Wissenschaftler, die Mechanismen, die diese kolossalen Eruptionen bei kleineren Sternen auslösen, eingehender zu erforschen und die langfristigen Auswirkungen ihrer Häufigkeit auf die umgebenden Planetensysteme abzuschätzen.

Quellen

  • dete | Eιδήσεις | Πάτρα | Δυτική Ελλάδα

  • Nature

  • Scientific American

  • Space.com

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