Am Mittwoch, dem 19. November 2025, hat die US-Raumfahrtbehörde NASA während einer Pressekonferenz im Goddard Space Flight Center eine definitive Erklärung abgegeben: Das interstellare Objekt 3I/ATLAS (C/2025 N1) ist natürlichen Ursprungs. Diese offizielle Stellungnahme sollte die im Internet kursierenden Spekulationen über eine mögliche künstliche Herkunft des Körpers beenden. Die Verbreitung dieser Theorien wurde zusätzlich durch die Verzögerung bei der Veröffentlichung von Daten begünstigt, die auf den jüngsten Stillstand der US-Regierungsgeschäfte zurückzuführen war.
Astronomen, darunter Alfred McEwen vom University of Arizona, dessen Aufnahmen mit dem HiRISE-Instrument eine Struktur zeigten, die „eindeutig wie ein Komet mit einer Koma aussieht“, bestätigten, dass das beobachtete Verhalten und die Zusammensetzung mit einem natürlichen Phänomen übereinstimmen. Die Kometenentdeckung erfolgte ursprünglich am 1. Juli 2025 mithilfe des ATLAS-Teleskops in Chile. Damit markiert 3I/ATLAS den dritten bestätigten interstellaren Gast nach 1I/’Oumuamua (2017) und 2I/Borisov (2019).
Während des Briefings, an dem auch der stellvertretende NASA-Administrator Amit Kshatriya und die stellvertretende Administratorin für das Science Mission Directorate, Nicky Fox, teilnahmen, wurden die Ergebnisse einer umfassenden Beobachtungskampagne präsentiert. Diese Kampagne umfasste den Einsatz von rund fünfzehn verschiedenen NASA-Ressourcen, darunter die Weltraumteleskope Hubble und JWST, sowie die Sonden MRO, MAVEN, Lucy, Psyche, SOHO und die Parker Solar Probe. Auch Instrumente der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) waren beteiligt.
Die Wissenschaftler lieferten detaillierte Informationen zur Zusammensetzung des Objekts. Besonders hervorgehoben wurde ein erhöhter Gehalt an Kohlendioxid (CO2) sowie ein ungewöhnliches Verhältnis von Nickel zu Eisen. Diese Merkmale könnten darauf hindeuten, dass der Komet in einem Sternsystem entstanden ist, das älter ist als unser eigenes Sonnensystem. Schätzungen zufolge bewegt sich der Kern des Kometen mit einer Geschwindigkeit von über 150.000 Meilen pro Stunde. Die geschätzte Größe des Kerns liegt demnach zwischen 1.400 Fuß und 3,5 Meilen im Durchmesser.
Trotz der klaren Schlussfolgerung der NASA hielt das öffentliche Misstrauen teilweise an. Ein Grund dafür war die verspätete Verfügbarkeit von Bildern, die Anfang Oktober aufgenommen wurden, als das Objekt am 2. Oktober 2025 in einer Entfernung von neunzehn Millionen Meilen am Mars vorbeizog. Einige Beobachter, wie der Astrophysiker Avi Loeb von der Harvard University, hatten zuvor die Übereinstimmung des Verhaltens von 3I/ATLAS mit Standardkometenmodellen hinterfragt. Dies galt insbesondere nach dem Perihel am 29. oder 30. Oktober 2025, wobei auf sieben separate, ungewöhnliche Jets hingewiesen wurde, von denen einer direkt auf die Sonne ausgerichtet war.
Glücklicherweise konnten Beobachtungen der ESA-Sonde TGO in der Nähe des Mars die Genauigkeit der Bahnberechnung um das Zehnfache verbessern, was die anschließende Analyse erheblich erleichterte, wie die ESA mitteilte. Die wissenschaftliche Gemeinschaft betrachtet 3I/ATLAS als eine äußerst wertvolle Gelegenheit, unverändertes Material aus einem fremden Planetensystem zu untersuchen.
NASA-Vertreter, darunter der leitende Wissenschaftler für Kleinobjekte, Tom Statler, und andere Beamte wie Sean Domagal-Goldman, betonten unisono, dass sämtliche Beweise, einschließlich der Analyse der Ausgasungen und der Flugbahn, die kometische Natur des Objekts bestätigen. Die Kometenpassage stellt keinerlei Gefahr für die Erde dar; die größte Annäherung wird für den 19. Dezember 2025 in einer Distanz von etwa 167 Millionen Meilen erwartet. Dieser Vorfall, der zeitlich mit dem Ende des 43-tägigen Stillstands der US-Regierung am 12. November 2025 zusammenfiel, unterstrich eindrücklich die Effizienz internationaler wissenschaftlicher Kooperationen.
