SETI-Forschung schlägt Suche nach außerirdischer Intelligenz mittels rhythmischer Lichtblitze vor

Bearbeitet von: Uliana S.

In einem neuen Artikel wird die Annahme geäußert, dass außerirdische Zivilisationen auf Arten kommunizieren könnten, die wir derzeit nicht erwarten, zum Beispiel indem sie periodisch blinken, wie Glühwürmchen.

Anfang 2026 rückte ein theoretischer Ansatz in den Fokus der Wissenschaftler, die sich mit der Suche nach außerirdischer Intelligenz (SETI) beschäftigen. Dieser Ansatz stellt die dominante Rolle von Radiosignalen in der interstellaren Kommunikation grundsätzlich infrage. Eine am 8. November 2025 auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlichte Studie legt die Hypothese nahe, dass hoch entwickelte Zivilisationen möglicherweise energieeffizientere Methoden nutzen könnten. Als Beispiel wird die Verwendung rhythmischer Lichtblitze genannt, analog zur biologischen Signalgebung irdischer Glühwürmchen. Dieser Paradigmenwechsel zielt darauf ab, Astronomen dazu anzuregen, den konzeptionellen Suchraum für Technosignaturen zu erweitern und sich von anthropozentrischen Vorstellungen zu lösen, die auf der Geschichte menschlicher Technologien basieren.

Traditionell konzentrierte sich die SETI-Forschung, maßgeblich vorangetrieben durch das SETI Institute, auf den Nachweis von Radiosendungen oder thermischen Signaturen hypothetischer Megastrukturen wie Dyson-Sphären. Die Verfasser der aktuellen Arbeit betonen die Notwendigkeit, die sogenannte „anthropozentrische Voreingenommenheit“ zu überwinden. Diese Voreingenommenheit verleite Forscher dazu, nach Formen der Intelligenz zu suchen, die dem menschlichen Modell ähneln. Estelle Janin, Doktorandin an der School of Earth and Space Exploration der Arizona State University und Mitautorin, hob hervor, dass Kommunikation ein fundamentales Merkmal des Lebens darstellt, das sich in einer Vielzahl von Strategien manifestiert.

Die Forscher entwickelten ein Modell, um künstliche Muster von natürlichen kosmischen Phänomenen unterscheiden zu können. Als Grundlage diente hierfür die Analyse von Signalen über 150 Pulsare hinweg. Obwohl diese initiale Untersuchung keine bestätigten künstlichen Signale zutage förderte, liefert die entwickelte Methodik eine empirische Basis für zukünftige optische Suchkampagnen. Die Analogie zu Glühwürmchen, die wiederkehrende Lichtmuster zur Erkennung und Paarung nutzen, dient als anschauliches Beispiel für eine Methode der Signalgebung, die zwar wenig Energie benötigt, aber hochspezifisch ist. Solche Methoden könnten von Zivilisationen bevorzugt werden, die auf langfristige Nachhaltigkeit Wert legen.

Die Forschungsarbeit mit dem Titel „A Firefly-Inspired Model for Deciphering the Alien“ wurde von einem Team präsentiert, zu dem neben Janin auch Cameron Brooks, Gage Siebert, Cole Mathis, Orit Peleg und Sarah Imari Walker gehören. Die Studie appelliert an eine engere interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen SETI-Forschern und Spezialisten für tierische Kommunikation. Diese Hypothese gewinnt gerade im Jahr 2026 an Brisanz, da auf der Erde selbst eine Tendenz zu zielgerichteteren und „leiseren“ Kommunikationsformen zu beobachten ist. Dies könnte ein Spiegelbild einer universellen evolutionären Entwicklung langlebiger Zivilisationen sein: der Abkehr von breit gestreuten Radiosignalen hin zu konzentrierteren Übertragungsformen.

Während die klassischen Radio-Suchprogramme, wie die historischen Projekte „Ozma“ (1960) oder „Phoenix“, sich primär auf die Frequenz der sogenannten „Wasserloch“-Region (1420–1666 MHz) konzentrierten, verlagert der neue Ansatz den Fokus auf den optischen Bereich. Gesucht wird weniger nach komplexen Botschaften als vielmehr nach strukturellen Eigenschaften des Signals, die auf einen selektiven Ursprung hindeuten. Das 1984 gegründete SETI Institute stützte sich historisch stark auf Radiowellen, hat aber auch optische Signale, beispielsweise Laserpulse, untersucht. Die vorliegende Arbeit stellt somit einen methodologischen Vorschlag dar, der darauf abzielt, das Repertoire von SETI zu bereichern. Dies soll verhindern, dass Anzeichen anderer Zivilisationen aufgrund einer zu engen Definition von Intelligenz und Technologie schlichtweg übersehen werden.

16 Ansichten

Quellen

  • Digi24

  • Universe Today

  • Live Science

  • YouTube

  • VICE

  • arXiv

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.