Singapurische Forscher intensivieren Schutzbemühungen für Hufeisenkrabben und Seepferdchen
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Wissenschaftler in Singapur verstärken ihre Initiativen zum Schutz zweier heimischer Meeresbewohner: der Küsten-Hufeisenkrabbe und des Seepferdchens. Beide Arten sind regional erheblichen Bedrohungen ausgesetzt, was die Fokussierung auf die marine Biodiversität als entscheidend unterstreicht, da diese Spezies wichtige ökologische Funktionen in den lokalen Ökosystemen erfüllen.
Hufeisenkrabben tragen zur Durchlüftung des Sandes bei und unterstützen damit indirekt Zugvögel, während Seepferdchen durch den Verzehr kleiner Krebstiere und Plankton zur Regulierung der marinen Nahrungsnetze beitragen. Das Republic Polytechnic (RP) startete im Jahr 2024 das erste Zuchtprojekt Singapurs für die Küsten-Hufeisenkrabbe, eine Fortsetzung der seit 2015 erfolgreichen Nachzuchtbemühungen der Mangroven-Hufeisenkrabbe. Ein Team unter der Leitung von Dr. Laura Yap betreut ein Paar dieser Krabben, das in drei separaten Becken insgesamt rund 1.700 Eier gelegt hat.
Wissenschaftliche Daten stufen sowohl die Küsten- als auch die Mangroven-Hufeisenkrabbe in Singapur als gefährdet ein, mit einer geschätzten Population von weniger als 1.000 reifen Exemplaren in freier Wildbahn. Die Küsten-Hufeisenkrabbe ist besonders anfällig für den Verlust ihres Lebensraumes durch Landgewinnungsprojekte, welche die kritischen Wanderrouten der Tiere unterbrechen. Die Forschung des RP zielt darauf ab, optimale Bedingungen für die Haltung im Ex-situ-Bereich zu definieren, um die schwindenden Populationen durch spätere Freilassungen zu stabilisieren. Das Projekt sieht vor, die im Labor gezüchteten Jungtiere nach Abschluss im September in die natürliche Umgebung zu entlassen.
Parallel dazu laufen intensive Studien zu Singapurs Seepferdchen, die allesamt als stark gefährdet gelten. Save Our Seahorses (SOS) Malaysia plant bis Juni 2026 eine Kooperation mit singapurischen Akteuren zur detaillierten Kartierung der Verbreitung dieser Syngnathiden. Dr. Adam Lim von SOS Malaysia betont, dass erfolgreicher Artenschutz eine kollektive Beteiligung aller gesellschaftlichen Sektoren erfordert, um die notwendige kritische Masse an Unterstützung zu mobilisieren. SOS Malaysia, eine seit 2005 aktive Non-Profit-Organisation, nutzt das Seepferdchen als „Flaggschiff-Spezies“ für den Schutz wichtiger mariner Lebensräume, insbesondere der Seegraswiesen, die durch Küstenentwicklung und Umweltverschmutzung bedroht sind.
Die Forschung in Malaysia, die durch hohe Bürgerbeteiligung an Feldstudien gekennzeichnet ist, hat gezeigt, dass Seepferdchen eine ähnliche ökologische Stellung wie Haie in ihren Ökosystemen einnehmen, indem sie durch das Fressen von Garnelen und anderem Kleintierbestand das ökologische Gleichgewicht aufrechterhalten. Die Erhaltung dieser Tiere ist somit direkt mit der Gesundheit größerer Habitate wie der Seegraswiesen verbunden. Frühere Erhebungen in Singapur, die niedrige Sichtungsraten von Tachypleus gigas an Orten wie Punggol Settlement (13 Prozent) und Coney Island (28 Prozent) zeigten, unterstreichen die Dringlichkeit der aktuellen Zuchtprogramme. Die wissenschaftliche Gemeinschaft in Singapur, zu der auch Institutionen wie die National University of Singapore gehören, untersucht zudem die Auswirkungen von Umweltbelastungen wie Mikroplastik auf die marine Fauna.
5 Ansichten
Quellen
The Straits Times
The Straits Times
Save Our Seahorses (SOS) Malaysia
wildsingapore homepage
ResearchGate
The Straits Times
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.
