Wiederansiedlung des Amerikanischen Bisons fördert ökologische Wiederbelebung in Mexikos Trockengebieten

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die erfolgreiche Wiedereinführung des Amerikanischen Bisons in Mexikos Biosphärenreservat Janos dient als Beleg für den tiefgreifenden positiven Einfluss großer Pflanzenfresser auf aride Graslandschaften. Diese Tiere, die einst die nordamerikanischen Ebenen von Mexiko bis Zentralkanada durchstreiften, gelten als essenzielle „Ökosystem-Ingenieure“, deren natürliches Verhalten die Struktur der Weidelandschaften fundamental beeinflusst.

Die ursprüngliche Population in Janos, Chihuahua, begann 2009 mit 23 genetisch reinen Tieren aus South Dakota. Das Weideverhalten der Bisons fördert die Diversität der heimischen Vegetation, da ihr selektiver Fraß das Gras auf eine für andere Arten, wie den Präriehund, ideale Höhe hält. Durch ihre Bewegung und das Wühlen im Boden verbessern die Tiere die Wasserinfiltration, was für die Wiederaufladung des Grundwassers, etwa in Regionen wie Cuatro Ciénegas, von entscheidender Bedeutung ist. Zudem reduziert ihr Konsum von trockenem Gras das natürliche Brennmaterial und mindert somit das Risiko von Waldbränden in den trockenen Gebieten.

Studien belegen, dass die Wiederansiedlung von Bisons die Pflanzenvielfalt langfristig steigern kann, ein Effekt, der bei domestizierten Rindern weniger ausgeprägt ist. Der Erfolg des Janos-Modells führte zur Expansion des Schutzprogramms, wobei seit 2019 neue Herden in den Bundesstaaten Coahuila und Sonora etabliert wurden. Ein wichtiger Schritt war die Freilassung einer Bestandserhaltungsgruppe von 44 Bisons (38 Weibchen, 6 Männchen) Ende 2025 im Reservat El Santuario in Cuatro Ciénegas, Coahuila, einem Gebiet, das zuvor unter Überweidung und Erosion litt.

Diese dritte Schutzherde Mexikos wurde vom Rancho El Uno in Janos überführt und integriert die Bison-Wiederansiedlung mit umfassenderen Restaurationsbemühungen, einschließlich der Wiederherstellung von Feuchtgebieten und agroökologischen Ansätzen. Die Koordination dieser Naturschutzbemühungen erfolgt durch eine Allianz von Institutionen, darunter die Fundación Pro Cuatro Ciénegas, der Fondo Mexicano para la Conservación de la Naturaleza (FMCN) und die Nationale Kommission für Natürliche Schutzgebiete (CONANP). Gerardo Ruiz Smith, Direktor der Fundación Pro Cuatrociénegas, betonte, dass die Rückkehr der Bisons, die in der Sprache der ansässigen N'dé-Nation Iyané genannt werden, die Wiederherstellung kritischer Ökosystemfunktionen bedeutet, die keine andere Spezies übernehmen kann.

Trotz dieser Fortschritte bestehen weiterhin Herausforderungen, insbesondere die Habitatfragmentierung und die Notwendigkeit, tragfähige ökonomische Modelle zu entwickeln, um die langfristige Erhaltung dieser Art in den nördlichen Wüstenregionen Mexikos zu sichern. Die historische Präsenz des Bisons in Nordmexiko, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, bestätigt die Eignung des Habitats in Regionen wie Chihuahua und Coahuila.

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Quellen

  • Diario Cambio 22 - Península Libre

  • Dossier Político

  • Expansión Política

  • Milenio

  • Excélsior

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