Dackel-Aufstieg in US-Rängen und Klage gegen Zuchtstandards
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Der Dackel hat in den Vereinigten Staaten eine bemerkenswerte Popularitätssteigerung erfahren und ist erstmals seit 2003 wieder in die Top Fünf der am weitesten verbreiteten Hunderassen aufgestiegen. Diese Entwicklung basiert auf den Registrierungsstatistiken des American Kennel Club (AKC) für das Jahr 2025, deren Ergebnisse im März 2026 veröffentlicht wurden. Die Französische Bulldogge behauptete die Spitzenposition für das vierte aufeinanderfolgende Jahr, verzeichnete jedoch einen leichten Rückgang der Anmeldezahlen. Der Dackel sicherte sich den fünften Platz und verdrängte damit den Pudel aus dieser Position, der nun auf Rang sechs rangiert. Der Labrador Retriever behauptet weiterhin den zweiten Platz, nachdem er die Spitzenposition 31 Jahre lang bis 2022 innehatte. Der Beagle ist die einzige Rasse, die seit der Gründung des AKC im Jahr 1884 in jeder Dekade unter den Top Ten vertreten war.
Die gestiegene Präsenz von Rassen wie dem Dackel rückt die Zuchtstandards des AKC in den Fokus von Tierschutzorganisationen. Im Juli 2025 reichte PETA eine Klage gegen den AKC ein, in der dem Club vorgeworfen wird, durch seine offiziellen Standards die Zucht von Hunden mit physischen Merkmalen zu fördern, die Leiden verursachen. Konkret richtet sich die Kritik gegen den langgestreckten Rücken und die kurzen Beine des Dackels, welche das Risiko für Bandscheibenerkrankungen und Lähmungen erhöhen. PETA argumentiert, dass die Standards für fünf Rassen – Dackel, Bulldogge, Mops, Chinesischer Shar-Pei und Französische Bulldogge – Baupläne für die Zucht deformierter, kranker Hunde darstellen, was im Widerspruch zu den erklärten Zielen des Clubs zur Förderung der kyninen Gesundheit stehe.
Der AKC, eine seit 1884 bestehende gemeinnützige Organisation mit Sitz in New York, wies die Anschuldigungen kategorisch zurück und betonte, dass die Gesundheit und das Wohlergehen der Rassehunde im Mittelpunkt ihrer Mission stünden. Die Debatte beleuchtet den Konflikt zwischen Ästhetik und Funktion im Hundesport. Während die Standards bei kurzschnäuzigen Rassen wie der Französischen Bulldogge extreme Merkmale erfordern, die natürliche Geburten erschweren und oft Kaiserschnitte notwendig machen, führen die Standards beim Chinesischen Shar-Pei zu übermäßigen Hautfalten, die anfällig für chronische Infektionen sind.
Historisch wurde der Dackel, dessen Name sich als „Dachs-Hund“ übersetzen lässt, im Deutschland des 15. Jahrhunderts für die Dachsjagd gezüchtet. Trotz des heutigen Rufs als Schoßhund sind Dackel erfahrene Jagdhunde mit starkem Jagdtrieb. Die steigende Beliebtheit kleiner, anpassungsfähiger Rassen, die sich gut für städtische Umgebungen eignen, trägt zur aktuellen Popularitätssteigerung bei. Die Fokussierung auf ästhetische Ideale, so der Vorwurf, beeinflusst die Haupteinnahmequelle des Clubs, die aus Registrierungsgebühren generiert wird.
Parallel zu diesen Entwicklungen im Ranking hat der AKC im Januar 2026 drei neue Rassen offiziell anerkannt: den Russischen Tsvetnaya Bolonka, den Teddy Roosevelt Terrier und den Basset Fauve de Bretagne. Diese Aufnahme erweitert die Gesamtzahl der vom AKC anerkannten Rassen auf 205. Der Basset Fauve de Bretagne, ein Jagdhund mit Wurzeln bis ins 16. Jahrhundert, wurde in den USA unter anderem von Cindy Hartman gefördert, die 2001 Welpen aus Frankreich importierte. Die Aufnahme neuer Rassen folgt einem langwierigen Anerkennungsprozess, der unter anderem das Vorhandensein von mindestens 150 Hunden mit dreigenerationen-Stammbäumen erfordert.
4 Ansichten
Quellen
Newsday
Daily Voice
WBZ NewsRadio 1030
1059 The Rock
PETA
American Kennel Club
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.



