Bitcoin überwindet 86.000 US-Dollar: Ein Tauziehen zwischen Börsenzuflüssen und Gewinnmitnahmen
Bearbeitet von: Yuliya Shumai
Der Kryptomarkt erlebte am Freitag, dem 21. November 2025, eine Phase starker Turbulenzen, als der Preis von Bitcoin (BTC) zeitweise unter die Marke von 80.000 US-Dollar fiel. Diese Abwärtsbewegung korrelierte mit einem ungewöhnlich hohen Zustrom von Mitteln auf zentrale Handelsplattformen. Marktbeobachter interpretierten dies als ein mögliches Signal für Investoren, ihre Positionen zu verkaufen. Dennoch zeigte der digitale Vermögenswert bis zum darauffolgenden Sonntag, dem 23. November, eine bemerkenswerte Erholung und notierte wieder über 86.000 US-Dollar, genauer gesagt bei etwa 86.070 US-Dollar. Dieser Kursverlauf, der den tiefsten Stand seit April 2025 beinhaltete, rückte die globale Dynamik von Angebot und Nachfrage bei der führenden Kryptowährung in den Fokus.
Die On-Chain-Daten untermauern die Sorgen hinsichtlich realisierter Gewinne. Der Analyst Ali Martinez berichtete unter Berufung auf Santiment-Daten über die Überweisung von rund 20.000 BTC, was einem Wert von fast 2 Milliarden US-Dollar entsprach, innerhalb der vorangegangenen Woche an zentralisierte Börsen. Julio Moreno, der Forschungsleiter bei CryptoQuant, stellte fest, dass der BTC-Zufluss an den Börsen am Freitag, dem 21. November, mit circa 81.000 BTC den höchsten Wert seit Mitte Juli erreichte. Ein solcher Anstieg des sogenannten Exchange Inflow deutet traditionell darauf hin, dass das verfügbare Angebot steigt und somit ein Verkaufsdruck entsteht, sofern die Nachfrage diesen Zufluss nicht absorbieren kann.
Trotz des kurzfristigen Rückschlags, der einen Großteil der bisherigen Jahresgewinne zunichtemachte, gab es gleichzeitig gegenläufige Signale am Markt. Am Freitag, dem 21. November, verzeichneten die Bitcoin-ETFs netto Kapitalzuflüsse, was von einigen Marktteilnehmern als Indiz für eine mögliche Bodenbildung gewertet wurde. Die Nettozuflüsse in die US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs beliefen sich auf 238,4 Millionen US-Dollar und beendeten damit eine dreiwöchige Periode von Abflüssen. Besonders hervorzuheben sind hierbei der Fidelity FBTC mit Zuflüssen von 108 Millionen US-Dollar und der Grayscale Bitcoin Mini Trust (BTC) mit 84,9 Millionen US-Dollar. Diese ETF-Zuflüsse stehen im direkten Gegensatz zu den Börsenzuflüssen, die auf Verkaufsaktivitäten hindeuten, und bilden somit den zentralen Konflikt in der aktuellen Marktdarstellung.
Der CEO von CryptoQuant, Ki Young Ju, äußerte sich basierend auf dem PnL-Index, welcher die Gewinn- und Verlustniveaus aller Wallets analysiert, dass Bitcoin in eine Phase der Gewinnrealisierung eintritt. Dies könnte, folgt man der klassischen Zyklenlehre, den Beginn eines Bärenmarktes signalisieren. Er betonte, dass nur makroökonomische Liquidität diesen Realisierungszyklus durchbrechen könne, ähnlich wie es im Jahr 2020 beobachtet wurde. Dieser makroökonomische Kontext wird durch die anhaltende Unsicherheit bezüglich der Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) zusätzlich erschwert, da Signale über eine längere Beibehaltung hoher Zinsen die Hoffnungen auf eine Zinssenkung im Dezember gedämpft haben.
Der Markt zeigte sich bis zum Wochenende mit der Erholung auf 86.070 US-Dollar widerstandsfähig, obwohl in der Woche zuvor erhebliche Liquidierungen in Höhe von 911 Millionen US-Dollar stattfanden, die rund 230.000 Konten betrafen. Analysten weisen darauf hin, dass über 95% der Anteile in Bitcoin-ETFs sich im Besitz von Investoren im Alter von 55 Jahren und älter befinden. Dies könnte ein stabilisierender Faktor für BTC während Korrekturen sein. Dieser Kontrast zwischen dem kurzfristigen Verkaufsdruck durch Börsenzuflüsse und der langfristigen Akkumulation über regulierte Produkte definiert die aktuelle Marktphase. Ein entscheidender Punkt für die weitere Entwicklung wird die Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) im Dezember sein.
Quellen
NewsBTC
Forbes
NewsBTC
Forbes
Morningstar
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