Bitcoin im Januar 2026: Kurs um 90.500 USD und die Debatte um zukünftige Zyklen

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

Anfang Januar 2026 hat sich der Bitcoin-Preis stabilisiert und notierte am 10. Januar 2026 knapp unter der Marke von 90.520 US-Dollar. Diese Konsolidierung erfolgte nach einer deutlichen Abwärtsbewegung Ende 2025. Zuvor hatte die Kryptowährung im Oktober 2025 ihren Höchststand bei 126.000 Dollar erreicht, bevor eine Kaskade von Liquidationen den Kurs fast bis auf 80.000 Dollar drückte. Die aktuelle Erholung findet vor dem Hintergrund einer allgemeinen Belebung an den globalen Aktien- und Rohstoffmärkten statt, was auf eine wiedererstarkte Risikobereitschaft hindeutet.

Im Zentrum der Markterwartungen für das Jahr 2026 steht die Frage nach der Gültigkeit des traditionellen Vierjahreszyklus, der historisch an das Bitcoin-Halving gekoppelt war. Jurrien Timmer, Global Head of Macro bei Fidelity, vertritt die Ansicht, dass sich die Wachstumskurve von Bitcoin von dem einst steilen „Power Law“ hin zu einem Verhalten entwickelt, das eher an die S-förmige Adoptionskurve von Technologien wie dem Internet erinnert. Dieser strukturelle Wandel befeuert die These, dass der Halving-basierte Zyklus an Relevanz verliert. Stattdessen werde eine neue Wachstumsära eingeläutet, getragen durch die zunehmende institutionelle Akzeptanz und die Dynamik der Spot-ETFs.

Die Meinungen der Analysten bezüglich der langfristigen Implikationen dieses Wandels gehen auseinander. Während große Akteure wie VanEck, Bitwise, Grayscale, Bernstein und Coinbase für 2026 einen starken Aufschwung prognostizieren, der möglicherweise bis zu 150.000 Dollar reichen könnte, äußert sich Timmer skeptisch, was das vollständige Verschwinden von Bärenmärkten angeht. Er bestätigt zwar die abnehmende Dominanz des Halvings, lehnt jedoch die Vorstellung ab, dass bärische Phasen gänzlich der Vergangenheit angehören. Die Analysten von Bernstein argumentieren ihrerseits, dass der wachsende Einfluss institutioneller Investoren und der regulierten Infrastruktur die Bedeutung früherer zyklischer Muster, die stark von der Einzelhandels-Spekulation abhingen, mindert.

Aus technischer Perspektive hat Timmer zwei entscheidende Unterstützungsniveaus für Bitcoin identifiziert. Die erste wichtige Marke liegt bei 65.000 Dollar, was dem vorherigen Zyklushoch entspricht. Die zweite, langfristigere Unterstützung befindet sich bei 45.000 Dollar, wo die Trendlinie des Power Laws verläuft. Sollte der Vermögenswert im kommenden Jahr in eine längere Konsolidierungsphase eintreten, könnte die Power-Law-Linie auf 65.000 Dollar ansteigen, was diese Marke zu einer kritischen Zone macht.

Inmitten dieser fundamentalen Debatten zeigen sich widersprüchliche Strömungsdynamiken bei den Spot-Bitcoin-ETFs. In den ersten Januartagen 2026 verzeichneten diese Fonds erhebliche Nettozuflüsse, was auf eine Wiederbelebung des Vertrauens seitens der Großinvestoren hindeutete. Beispielsweise betrug der Nettozufluss am 5. Januar 2026 beachtliche 694,67 Millionen Dollar – der höchste Wert seit drei Monaten. Dabei zog BlackRocks IBIT allein 371,89 Millionen Dollar an, Fidelitys FBTC verbuchte 191,19 Millionen Dollar. Diese positive Entwicklung erwies sich jedoch als kurzlebig: In der ersten vollen Handelswoche 2026 summierten sich die Nettoabflüsse aus den Spot-Bitcoin-ETFs auf 681 Millionen Dollar, was auf eine Verschiebung der makroökonomischen Stimmung hin zu „Risk-Off“ hindeutet.

Zuvor hatten Analysten von CryptoQuant, insbesondere Julio Moreno, bereits Anfang November 2025 den Eintritt von Bitcoin in eine Bärenmarktphase diagnostiziert, basierend auf dem Unterschreiten der einjährigen gleitenden Durchschnittslinie. Moreno prognostizierte für die zweite Hälfte des Jahres 2026 ein mögliches Bärenmarkttief zwischen 56.000 und 60.000 Dollar. Dieser potenzielle Rückgang von 55 Prozent vom Höchststand wäre zwar weniger tief als historische Einbrüche von 70 bis 80 Prozent, was auf eine gewisse Markt­reife hindeuten könnte. Der Kryptomarkt steht somit im Januar 2026 am Scheideweg: Die jüngste Preisstabilisierung trifft auf analytische Einschätzungen eines möglichen Fortbestehens des Abwärtstrends, während die Kernfrage nach der Dominanz von Zyklen gegenüber strukturellen Veränderungen weiterhin unbeantwortet bleibt.

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Quellen

  • Bitcoinist.com

  • The Death of the 4-Year Cycle: Experts on Bitcoin's New Macro Reality

  • $65K in play? Fidelity sounds alarm on Bitcoin's 2026 outlook - AMBCrypto

  • Bitwise CIO says bitcoin will break 4-year cycle and set new all-time highs in 2026

  • Fidelity Exec Says Bitcoin Is Shifting From 'Power Law' — What This Means | Bitcoinist.com

  • Bitcoin US Dollar - Currency Exchange Rate Live Price Chart - Trading Economics

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