Maximale Handkraft als zentraler Biomarker für Lebenserwartung nach dem 50. Lebensjahr

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die maximale Griffkraft etabliert sich international als ein signifikanter Prädiktor für ein verlängertes und vitaleres Leben, insbesondere für Personen über 50 Jahre. Diese funktionelle Messgröße dient als robuster Biomarker, der den allgemeinen Gesundheitszustand und das biologische Alter akkurat widerspiegelt, da sie den allgemeinen körperlichen Verfallsprozess abbildet. Umfassende Studien, die über 120.000 Personen aus 29 Ländern analysierten, bestätigten diesen Zusammenhang: Pro fünf Kilogramm mehr an Handkraft sank das Sterberisiko im Beobachtungszeitraum um etwa 14 Prozent.

Die Messung erfolgt standardisiert mit einem Handdynamometer, wobei der Proband das Gerät für drei bis fünf Sekunden maximal belastet, um den Höchstwert in Kilogramm zu erfassen. Eine signifikant reduzierte Griffkraft korreliert stark mit negativen gesundheitlichen Ereignissen, darunter die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das Eintreten von Gebrechlichkeit (Frailty) und eine erhöhte Krebsmortalität. Die funktionelle Kapazität, die für die Bewältigung alltäglicher Verrichtungen wie das Öffnen von Gefäßen oder das Tragen von Einkäufen unerlässlich ist, hängt direkt von dieser Muskelkraft ab. Wissenschaftler differenzieren zwischen der maximalen Kraftentfaltung und der Griffausdauer, wobei beide Komponenten für die Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit im Alter von hoher Relevanz sind.

Die maximale Muskelkraft erreicht typischerweise um das 40. Lebensjahr ihren Höhepunkt; Durchschnittswerte liegen bei Männern bei etwa 48 kg und bei Frauen bei rund 30 kg. Über die reine physische Kraft hinaus indiziert die Greifstärke die Integrität des neuromuskulären Systems; eine geringere Kraft ist mit verlangsamten Reaktionszeiten und einem erhöhten Sturzrisiko assoziiert. Die NAKO Gesundheitsstudie in Deutschland untersucht prospektiv, ob eine niedrige Handgreifkraft ein Frühindikator für das spätere Auftreten chronischer Leiden ist, wobei die Messung dort standardmäßig an beiden Händen dreimal durchgeführt wird. Die Forschung legt nahe, dass die Handkraft sogar ein stärkerer Mortalitätsprädiktor sein kann als der systolische Blutdruck.

Zur effektiven Steigerung sowohl der Kraft als auch der Ausdauer sind gezielte körperliche Betätigungen ratsam. Sportarten, die dynamische Schwungbewegungen beinhalten, wie Tennis oder Pickleball, zeigen positive Effekte auf die Griffkraft und die allgemeine Mobilität älterer Erwachsener. Auch Krafttraining wird als eine Aktivität genannt, die signifikante positive Effekte auf die Gesamtsterblichkeit zeigen kann. Regionale Unterschiede bestehen, wobei Männer in Norwegen im Mittel stärkere Hände aufweisen als Männer in Deutschland. Die Erhaltung dieser Kraft ist essenziell, um frühzeitiger Pflegebedürftigkeit vorzubeugen, da der Grundstein für gesundes Altern bereits früh gelegt wird.

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Quellen

  • The Senior

  • Vertex AI Search

  • Vertex AI Search

  • Vertex AI Search

  • Able Care

  • UCLA Health

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