Lebensverlängerung durch altersadaptierte Bewegung und gezielte Ernährung

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die Gewährleistung eines langen und vitalen Lebens hängt maßgeblich von täglichen Entscheidungen ab. Regelmäßige körperliche Betätigung, eine ausgewogene Nahrungsaufnahme und ausreichender Schlaf gelten als entscheidende Faktoren zur Abwehr chronischer Erkrankungen. Die Wissenschaft der Longevity, die Kunst des langen Lebens, wird zunehmend durch Erkenntnisse untermauert, die betonen, dass der Lebensstil einen größeren Einfluss auf das biologische Alter hat als die genetische Veranlagung; Schätzungen zufolge sind 70% epigenetisch bedingt und nur 30% genetisch festgelegt.

Körperliche Aktivität bleibt ein mächtiges Instrument über alle Lebensphasen hinweg, wobei der Fokus auf Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Gleichgewicht liegt. Bereits ab dem 30. bis 40. Lebensjahr beginnt der natürliche Prozess des Muskelmasseabbaus, der sich nach dem 50. Lebensjahr beschleunigt. Ohne Gegenmaßnahmen können bis zum 80. Lebensjahr schätzungsweise 30 bis 50 Prozent der ursprünglichen Muskelmasse verloren gehen. Dieser Verlust wird als Sarkopenie bezeichnet, ein Problem, das Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) als unterschätzt einstufen. Die DGIM empfiehlt für ältere Menschen eine tägliche Proteinzufuhr von 1,0 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, was über der allgemeinen Empfehlung von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht für gesunde Erwachsene liegt.

In den Dreißigern liegt der Schwerpunkt auf dem Aufbau solider Grundlagen durch Krafttraining und Mobilitätsübungen, um dem frühen Muskelmasseverlust entgegenzuwirken und chronischen Stress zu managen. In diesem Kontext wird die Unterstützung durch naturheilkundliche Ansätze hervorgehoben, insbesondere die Zufuhr von Magnesium, Omega-3-Fettsäuren und Adaptogenen wie Ashwagandha zur Stressbewältigung. Studien deuten darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA und DHA, den biologischen Alterungsprozess verlangsamen können, wobei eine tägliche Einnahme von einem Gramm diese Wirkung zeigt.

Die Fünfzigerjahre erfordern eine Priorisierung des Widerstandstrainings, um der Sarkopenie, die durch hormonelle Umstellungen beschleunigt wird, aktiv entgegenzuwirken und die funktionelle Bewegung zu erhalten. Die Ernährung muss in dieser Dekade die Knochengesundheit durch ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Kalzium unterstützen. Für Menschen ab dem 50. Lebensjahr wird generell geraten, auf eine erhöhte Proteinzufuhr zu achten, da ältere Menschen rund 25 Prozent mehr Eiweiß als jüngere benötigen, um die Knochen- und Muskelstruktur zu erhalten.

Nach dem 60. Lebensjahr verlagert sich das Hauptziel auf die Bewahrung der Autonomie und die Prävention von Stürzen durch sanfte, aber häufige Kraftübungen, die auf alltägliche Handlungen fokussieren. Hierbei werden niedrigintensive Aktivitäten wie Tai-Chi und Nordic Walking bevorzugt, ergänzt durch Maßnahmen zur kognitiven Erhaltung. Forschungsergebnisse der Universität Basel legen nahe, dass die Intensität der körperlichen Aktivität das Sterberisiko beeinflusst und eine höhere Intensität die Sterblichkeit erheblich senken kann. Daten aus der DO-HEALTH-Studie zeigten zudem, dass die Kombination aus Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D3 und einem Heimtrainingsprogramm (SHEP) die Gebrechlichkeit um 39 Prozent und das Auftreten von invasivem Krebs um 61 Prozent über drei Jahre senken konnte.

Die konsistente Anwendung von altersangepasster körperlicher Aktivität, gestützt durch gezielte Ernährung, stellt den Schlüssel dar, um wesentliche Gesundheitsrisiken zu minimieren und ein selbstbestimmtes, vitales Leben zu sichern. Die Wissenschaft der Longevity, wie sie etwa von Expertin Dr. med. Irmi Huber beleuchtet wird, fokussiert auf die Erhaltung der Reparaturmechanismen im Körper durch das Zusammenspiel von Bewegung und Nahrung.

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Quellen

  • Femme Actuelle

  • Organisation Mondiale de la Santé (OMS) - Activité physique

  • National Library of Medicine - Exercise and sarcopenia in the elderly

  • National Library of Medicine - Stress and the Adrenal Glands

  • Medicine & Science in Sports & Exercise - Optimal Exercise Strategies for Older Adults (Revue 2024/2025)

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