Körperlicher Zenit erreicht Menschen vor kognitiver Reife
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Aktuelle Längsschnittstudien zur menschlichen Langlebigkeit definieren die Meilensteine der Lebensspanne neu und zeigen eine deutliche zeitliche Verschiebung zwischen dem Erreichen des körperlichen Höhepunkts und der vollen kognitiven Entfaltung. Die allgemeine körperliche Fitness, welche Muskelkraft und Ausdauer umfasst, erreicht ihren Zenit typischerweise in der frühen Erwachsenenphase. Für beide Geschlechter ist ein Leistungsabfall in diesem Bereich oft bereits um das 35. Lebensjahr festzustellen, wobei die explosive Kraft sogar noch früher ihren Höhepunkt überschreiten kann, während die aerobe Ausdauerfähigkeit sich tendenziell bis Mitte 30 hält.
Im Gegensatz dazu findet die Spitze der allgemeinen mentalen Funktionalität, welche Weisheit und emotionale Kontrolle einschließt, deutlich später statt, nämlich im Alter zwischen 55 und 60 Jahren. Die psychologischen Attribute weisen eine noch spätere Entwicklung auf: Die Charaktereigenschaft der Gewissenhaftigkeit erreicht ihren Maximalwert um das 65. Lebensjahr. Die emotionale Stabilität zeigt sogar eine kontinuierliche Verbesserung, die sich bis zum 75. Lebensjahr erstreckt, während Studien zur Persönlichkeitsentwicklung nahelegen, dass die Stabilität der Merkmale nach dem 30. Lebensjahr zunimmt.
Auf molekularer Ebene wird ein Beschleunigungspunkt des Alterns zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr beobachtet. Diese Phase ist durch einen signifikanten Anstieg bestimmter Proteine gekennzeichnet, die mit altersbedingten Erkrankungen in verschiedenen Organsystemen in Verbindung gebracht werden. Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften analysierten Gewebeproben von 76 Verstorbenen und stellten fest, dass besonders zwischen 45 und 55 Jahren auffällige Proteinveränderungen auftraten, wobei die Aorta die markantesten Veränderungen zeigte. Parallel dazu setzen subtile hormonelle Umstellungen bereits in den Dreißigern ein, wobei Frauen um das 50. Lebensjahr herum eine deutliche Abnahme des Östrogenspiegels während der Menopause erleben.
Die Forschung bestätigt, dass die Reife des Urteilsvermögens bis ins späte Erwachsenenalter reicht, obwohl die körperliche Leistungsfähigkeit jugendlicher Natur ist. Die Wechselwirkung zwischen körperlicher und geistiger Fitness ist ein wichtiges Feld der Präventionsforschung. Epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass körperliche Aktivität das Demenzrisiko um bis zu 45% senken kann, wobei koordinativ anspruchsvolle Sportarten eine besonders hohe Wirksamkeit für die geistige Fitness zeigen. Die WHO prognostiziert bis 2030 einen Anstieg der Demenzerkrankungen um rund 40%, was die Bedeutung modifizierbarer Risikofaktoren wie körperliche Inaktivität unterstreicht. Die Beibehaltung regelmäßiger Bewegung bleibt die effektivste Methode, um die Gesundheitsspanne zu optimieren und den biologischen Abbau zu verlangsamen.
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Quellen
News18 India
Daily Express
Science Alert
TSN.ua
The Independent
Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle
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