Syndrom verzögerter Befriedigung mit negativen psychischen Folgen verbunden

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Das Syndrom der verzögerten Befriedigung (DGS) manifestiert sich nicht nur als logische Konstruktion, sondern als ein hartnäckiges Muster von Überzeugungen und Lebensumständen, das Individuen dazu veranlasst, Erfüllung konstant auf einen zukünftigen, vermeintlich besseren Zeitpunkt zu verschieben. Diese tief verwurzelte Tendenz führt dazu, dass die Gegenwart primär als bloße Vorbereitungsphase für eine oft unerfüllte Zukunft wahrgenommen wird, wodurch die Inanspruchnahme tatsächlicher Lebensfreude und Zufriedenheit aufgeschoben wird.

Die Forschung belegt, dass die Unfähigkeit, sofortige Belohnungen zugunsten zukünftiger, größerer Gewinne aufzuschieben, ein Prädiktor für positive Lebensresultate wie akademischen Erfolg, gute Gesundheit und berufliche Erfüllung ist. Im Gegensatz dazu sind Defizite in dieser Fähigkeit mit einer Reihe von Problemen assoziiert, darunter riskantes Sexualverhalten, Mobbing und Substanzmissbrauch. Das Konzept wurde 1997 vom Psychologen Vladimir Serkin etabliert, basierend auf Studien mit Personen im Fernen Osten Russlands, die das zukünftige Wohlergehen konsequent über die unmittelbare Lebenserfahrung stellten.

Aktuelle Entwicklungen deuten darauf hin, dass DGS weit verbreitet ist und möglicherweise bis zu 90–95% der Bevölkerung in unterschiedlichem Maße betrifft, was eine breite gesellschaftliche Relevanz signalisiert. Personen, die unter DGS leiden, berichten häufig über quälende Schuldgefühle bezüglich ungenutzten Potenzials, eine verminderte Selbstachtung und erhöhte Zukunftsangst. Diese inneren Konflikte können sich in einem anhaltenden Gefühl moralischer Unvollständigkeit manifestieren, vergleichbar mit moralischen Zwangsgedanken, bei denen Betroffene ihr Verhalten ständig an rigiden inneren Kompassen messen und sich trotz Bemühungen unzureichend fühlen.

Darüber hinaus wird die Vermeidung realweltlicher Verantwortlichkeiten durch den Rückzug in virtuelle Umgebungen als ein signifikanter moderner Auslöser für die Manifestation von DGS genannt. Um dem Syndrom entgegenzuwirken, empfehlen Psychologen einen vielschichtigen Ansatz, der die Fokussierung auf gegenwärtige Handlungen über zukünftige Erwartungen stellt. Dies beinhaltet die Arbeit an unmittelbaren, erreichbaren Zielen und die bewusste Ablehnung der Hortung von Ressourcen „nur für den Fall“, was der Tendenz zur quantitativen Abzinsung von Belohnungen entgegensteht. Die bewusste Entscheidung für Handlungen, die im Hier und Jetzt einen Wert stiften, ist ein zentraler therapeutischer Pfeiler, um die Falle der endlosen Zukunftsplanung zu entkommen und die subjektive Lebenszufriedenheit zu steigern. Die Fähigkeit zur Verzögerung der Befriedigung wird zudem im Kontext von Arbeits-Lebens-Konflikt und Burnout diskutiert, wobei die negativen Auswirkungen überzogener Selbstverleugnung hervorgehoben werden.

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Quellen

  • bb.lv

  • BB.LV

  • LiveLib

  • B17

  • Высшая школа экономики

  • Vakas-tools

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