Deutsches Startup SWARM Biotactics Rüsten Schaben für Einsätze in Unzugänglichen Zonen Mit Elektronik Aus
Bearbeitet von: Katerina S.
Das deutsche Startup SWARM Biotactics hebt die Nutzung von Insekten auf eine neue Ebene. Die Firma wandelt lebende Schaben in winzige Bio-Roboter um, die für spezifische Missionen eingesetzt werden können. Diese innovative Entwicklung basiert auf einem biohybriden System, das Biologie, Elektronik und Robotik miteinander verbindet. Das Projekt hat bereits das Interesse deutscher Verteidigungsbehörden geweckt.
Im Zentrum dieser Technologie steht ein spezieller elektronischer „Rucksack“, der an Exemplaren der Art Schabe aus Madagaskar befestigt wird. Diese Art wurde aufgrund ihrer Robustheit und Tragfähigkeit ausgewählt. Die aktuelle Version des Geräts wiegt ungefähr 15 Gramm, wobei die Ingenieure daran arbeiten, das Gewicht auf 10 Gramm zu reduzieren, um die Belastung für die Insekten zu minimieren. Ausgestattet sind diese Bio-Agenten mit winzigen Kameras, Mikrofonen und Sensoren. Hinzu kommen geschützte Kommunikationsmodule, die eine Echtzeit-Datenerfassung und -Übertragung ermöglichen.
Die Steuerung der Bewegung erfolgt über eine neurophysiologische Schnittstelle, die natürliche Reflexe nutzt. Ein spezieller Elektroden-Kabelbaum wird an den Antennen der Schabe angebracht. Durch das Senden geringer elektrischer Impulse wird beim Insekt die Illusion einer Kollision mit einem Hindernis erzeugt. Dies lenkt die natürliche Laufrichtung des Tieres. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Stefan Wilhelm, betont, dass das Ziel darin besteht, die Insekten zu leiten, anstatt sie zu zwingen. Man setzt auf deren angeborene Navigationsfähigkeiten in engen Räumen, die für Drohnen unerreichbar sind.
Das Interesse an solchen Technologien wächst in Europa stetig. Das Cyber Innovations Center der Bundeswehr prüft diese Lösungen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit. Erste Einsatzmöglichkeiten sehen Experten in Such- und Rettungseinsätzen. Hier könnten die Bio-Roboter nach Gebäudeeinstürzen in Trümmer eindringen, um Überlebende aufzuspüren. Wissenschaftler der Universität Kassel weisen darauf hin, dass der Einsatz von Insekten als Sensorplattformen neue Horizonte für Umweltmonitoring und Rettungsdienste eröffnet.
Momentan werden einzelne Exemplare von menschlichen Operatoren gesteuert. SWARM Biotactics arbeitet jedoch bereits an Algorithmen für die autonome Steuerung von Schwärmen, die aus Dutzenden oder Hunderten von Insekten bestehen. Das Unternehmen sicherte sich im Rahmen einer Seed-Finanzierungsrunde im Juni 2025 eine Summe von 10 Millionen Euro, wodurch die Gesamtinvestitionen auf 13 Millionen Euro anstiegen. Dies unterstreicht das Vertrauen der Investoren in die Skalierbarkeit dieser Lösung, die neben militärischen Anwendungen auch ziviles Potenzial für den Einsatz unter extremen Bedingungen bietet. Es wird erwartet, dass eine breitere Anwendung dieser Technologien innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate beginnen könnte.
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Quellen
MARCA
The Times of India
Sustainability Times
Futura-Sciences
Geek Room
CBS News
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