KI transformiert die Rollen im digitalen Produktdesign

Bearbeitet von: Irena I

Die Designbranche erlebt derzeit einen tiefgreifenden Wandel, der maßgeblich durch den rasanten Fortschritt und die Integration von Werkzeugen auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) vorangetrieben wird. Dieser technologische Umbruch verändert die herkömmlichen Herangehensweisen an die Produktentwicklung grundlegend und verlangt von Fachkräften ein deutlich breiteres Spektrum an Kompetenzen. Branchenführer betonen, dass KI es Designern, Forschern, Ingenieuren und Produktmanagern ermöglicht, über ihre bisher eng gesteckten professionellen Grenzen hinauszuwachsen und interdisziplinär zu agieren.

Generative KI ist bereits heute in der Lage, Entscheidungsprozesse zu automatisieren und innovative Designkonzepte vorzuschlagen, was früher einen immensen Aufwand an menschlichen Ressourcen und Zeit erforderte. Dieser organisatorische Wendepunkt spiegelt sich deutlich in den Rekrutierungsstrategien wider, insbesondere bei Nachwuchstalenten. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist die Neuausrichtung des Programms für Junior-Produktmanager bei LinkedIn: Das bisherige „Associate Product Manager“ (APM)-Programm wurde im Januar 2026 in den Track „Associate Product Builder“ (APB) transformiert. Diese Initiative zielt darauf ab, sogenannte „Full-Stack Builder“ auszubilden, indem Fähigkeiten in den Bereichen Programmierung, Design und Produktmanagement kombiniert werden, um das Potenzial der KI für eine beschleunigte Umsetzung von Ideen voll auszuschöpfen.

Solche Entwicklungen verdeutlichen eine Verschiebung des Fokus weg von rein administrativen Managementfunktionen hin zur praktischen Produktgestaltung, bei der technisches Verständnis zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Rolle wird. Dylan Field, der CEO von Figma, hebt hervor, dass KI Aufgaben demokratisiert, die zuvor tiefgreifendes technisches Fachwissen erforderten, und so die Bildung echter funktionsübergreifender Teams fördert. Im Bereich der Softwareentwicklung können KI-Tools wie Codex automatisch Dokumentationen auf Basis von Code erstellen, wodurch Entwickler wertvolle Zeit gewinnen, um an neuen Funktionen zu arbeiten. Dies unterstreicht den allgemeinen Trend zu Teams, in denen KI-Spezialisten und Softwareentwickler Hand in Hand arbeiten, um die Bereiche mit dem größten Nutzen für neue Technologien zu identifizieren.

Die Etablierung cross-funktionaler Teams gilt schon lange als Schlüssel für innovative Produkte, doch fungiert die KI nun als mächtiger Katalysator für deren Effizienz. Die Evolution der Produktrollen signalisiert einen wachsenden Bedarf an Spezialisten, die über ein fundiertes Grundverständnis technischer Bereiche, einschließlich der Möglichkeiten der KI, verfügen. Während hochspezialisierte Ingenieurskompetenzen für die Kerninfrastruktur weiterhin von kritischer Bedeutung bleiben, steigen die Erwartungen der Branche an die Vielseitigkeit von Produktmanagern unaufhörlich an.

In einem Marktumfeld, in dem KI-Plattformen die Entwicklung kostengünstiger machen und die Schlagzahl der Produktveröffentlichungen erhöhen, wird das Verständnis dafür, was genau aus welchem Grund entwickelt werden sollte, zum knappsten Gut. Dieser Wandel erfordert von den Teams eine Mentalität des lebenslangen Lernens, bei der technische Bildung als Fundament für eine schnellere Realisierung von Produktkonzepten dient. Produktmanager, die die Kunst des Promptings beherrschen, können Aufgaben wie die Erstellung von Anforderungen oder das Verfassen von Interface-Texten an die KI delegieren. Die Qualität der Ergebnisse hängt jedoch direkt von der Detailtiefe und dem Kontext ab, den der Mensch liefert. Die Zukunft verlangt daher nicht nach bloßen Koordinatoren, sondern nach Gestaltern, die sich sicher im Spannungsfeld zwischen Design, Ingenieurwesen und Produktstrategie bewegen können.

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Quellen

  • Analytics Insight

  • The Times of India

  • India Today

  • LinkedIn Careers

  • Lenny's Newsletter

  • DigitalDefynd

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