Pipilotti Rists immersive Videokunst prägt Designtrends und etabliert neuen Marktsektor

Bearbeitet von: Irena I

Die Medienkünstlerin Pipilotti Rist verkörpert eine signifikante Entwicklung, bei der ausgedehnte Videoinstallationen die Glaubwürdigkeit der Hochkunst mit der viralen Anziehungskraft sozialer Medien verbinden. Rist nutzt intensiv gesättigte Farbpaletten und umhüllende Bildschirmumgebungen, um Erlebnisse zu schaffen, die sowohl zutiefst persönlich als auch online leicht teilbar sind.

Ihre Werke, wie die Installation „Pixel Forest“, die aus Tausenden von einzeln programmierten Lichtern besteht, die dreidimensionale, stark abstrahierte Videoinhalte zeigen, fordern die Betrachter zur physischen Auseinandersetzung heraus. Diese Installationen, oft auf dem Boden projiziert und mit Kissen oder Liegeflächen versehen, fördern eine längere körperliche Verweildauer, was einen Kontrast zur oft kurzlebigen Natur des digitalen Konsums darstellt.

Die charakteristische Ästhetik, definiert durch leuchtende Bildschirme und sensorische Fülle, beeinflusst maßgeblich die zeitgenössische visuelle Kultur und das Mood-Boarding im Designbereich. Rist, geboren 1962 in Grabs, Schweiz, ist eine Pionierin der zeitgenössischen Videokunst, die raumgreifende Projektionen nutzt, um Erlebnisräume zu kreieren, welche das Körper-, Raum- und Zeitempfinden beeinflussen. Ihre Fähigkeit, Körperteile, Natur und abstrakte Elemente in Video-Kollagen zu verschmelzen, wird als „Malen mit Pixeln“ beschrieben, womit sie die Regeln des traditionellen Blicks herausfordert.

Die Schaffung dieser immersiven, panoramatischen Raumumgebungen, die den Betrachter einladen, sich niederzulassen und von der Erfahrung absorbiert zu werden, wurde durch technologische Fortschritte ermöglicht. Rists etablierter Status als „Blue-Chip“-Videokünstlerin validiert diesen immersiven Stil als ein seriöses, hoch bewertetes Segment innerhalb der Kunst- und Designmärkte. „Blue Chip“-Kunstwerke bezeichnen Werke etablierter Künstler, deren Wert sich tendenziell stabil hält oder steigert und die in bedeutenden Museen vertreten sind.

Ihre kontinuierliche Präsenz in globalen Hauptausstellungen bestätigt die anhaltende Relevanz der erlebnisorientierten Medienkunst. Beispielsweise wurde ihr Werk „Ever is Over All“ (1997) für die 47. Biennale von Venedig geschaffen und später von Beyoncé für das Video zu „Hold Up“ adaptiert. Dieser Erfolg belegt, wie Kunst, die die Wahrnehmung und den Raum manipuliert, einen greifbaren kulturellen Einfluss entfaltet.

Die Tendenz deutet auf eine wachsende Präferenz des Publikums für Design hin, das eine physische Präsenz erfordert, anstatt nur digital betrachtet zu werden. Immersive Ausstellungen, die durch Videoprojektionen, Sound und Musik lebendig werden, machen Kunst sinnlicher und emotionaler als ein klassischer Museumsbesuch, wobei die Besucher Teil der Installation werden. Die Verschmelzung von tiefgründigem thematischem Inhalt – wie Intimität und Bildschirmabhängigkeit – mit einer zugänglichen, fotogenen Präsentation ist der Schlüssel zum Erfolg dieser Bewegung. Werke wie „Worry Will Vanish Horizon“ (2014) in abgedunkelten Räumen mit Bettdecken laden Besucher ein, die Außenwelt hinter sich zu lassen und in eine Reise einzutauchen, die das Körperbewusstsein stärkt.

14 Ansichten

Quellen

  • Ad Hoc News

  • Hauser & Wirth

  • UCCA Center for Contemporary Art

  • EXMURO

  • Ocula

  • MutualArt

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