Japanisches Konzept 'Ma' als Gegenpol zu westlichen Designtrends

Bearbeitet von: Irena I

Das aus Japan stammende philosophische Konzept des 'Ma', welches Raum und Intervall definiert, gewinnt als fundamentaler Gegenentwurf zu etablierten westlichen Designparadigmen an globaler Relevanz. Diese Lehre postuliert, dass die Leere selbst ein vielschichtiges, nutzbares Element darstellt. Dies steht in klarem Kontrast zu skandinavischen Idealen wie 'Hygge', das Gemütlichkeit priorisiert, oder 'Lagom', welches die goldene Mitte sucht. 'Ma' positioniert die bewusste Abwesenheit als zentralen Bestandteil einer ganzheitlichen Lebensführung, wobei sein Einfluss auf das globale Design bis voraussichtlich 2026 projiziert wird.

Über die rein ästhetische Anwendung hinaus findet diese Philosophie im Westen Anklang als Strategie zur Bewältigung der zunehmenden Informationsflut und zur Förderung von Achtsamkeit. Die visuelle Dekodierung des japanischen Zeichens für 'Ma' (間) offenbart eine tiefere Symbolik, da es die Komponenten für 'Tor' und 'Sonne' vereint. Diese Synthese evoziert das Bild von Licht, das durch eine Öffnung fällt, und veranschaulicht, wie die Leere – das Intervall – erst den Kontext für die Präsenz schafft.

Im Design manifestiert sich 'Ma' als eine zeitliche oder räumliche Zäsur, die den 'unbearbeiteten' oder ungestalteten Raum um Objekte bewusst aufwertet. Dieser Ansatz betont die funktionale Bedeutung des negativen Raumes für die Dynamik von Licht und Energie, was Parallelen zum Prinzip von Yin und Yang aufweist. In der Architektur beschreibt 'Ma' den Raum zwischen tragenden Elementen, wie etwa zwischen zwei Pfeilern, wobei dieser begrenzte Leerraum als aktives, spannungsvolles Element verstanden wird.

'Ma' unterscheidet sich fundamental von der simplen Reduktion von Unordnung; es fordert eine aktive Inszenierung der Leere, um einen erfahrungsbasierten Wert zu schaffen, anstatt nur ästhetische Reinheit anzustreben. Diese Haltung steht im Gegensatz zur Präferenz für kleine, umschlossene Bereiche, dem sogenannten 'Nook'-Denken, und verlangt stattdessen die bewusste Aufrechterhaltung des Freiraums. Die Anwendung dieser ganzheitlichen Perspektive zielt darauf ab, ein Gefühl der Ruhe und des Gleichgewichts zu kultivieren, indem eine hohe Intentionalität bei der Auswahl dessen, was verbleibt und was entfernt wird, gefordert wird.

Die aufkommende Bedeutung von 'Ma' bietet einen tiefgründigen Kontrapunkt zur vorherrschenden Kultur des ständigen Konsums, was sich im Designpanorama des Jahres 2026 widerspiegeln wird. Die japanische Raumkonzeption, die auf geometrischen Grundstrukturen und der Inszenierung durch natürlichen Lichteinfall basiert, ermöglicht multifunktionale Räume trotz minimalistischer Möblierung. Die Betonung liegt auf der Reduktion auf das Wesentliche, um eine schlichte Schönheit zu erzielen, die sowohl traditionelle als auch moderne japanische Räume kennzeichnet.

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Quellen

  • womenonly.skai.gr

  • WomenOnly

  • JAPAN HOUSE Los Angeles

  • Our Culture Mag

  • Ricepaper Magazine

  • Uism

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