US-Vizepräsident Vance besiegelt strategische Partnerschaft im Südkaukasus: Ein neues Kapitel für Aserbaidschan und Armenien

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

US-Vizepräsident JD Vance hat seine diplomatische Reise durch den Südkaukasus erfolgreich abgeschlossen. Die mehrtägige Mission, die am Montag, dem 9. Februar 2026, in der armenischen Hauptstadt Eriwan begann, fand ihren feierlichen Abschluss am Mittwoch, dem 11. Februar 2026, in Baku. Dort unterzeichnete Vance eine wegweisende Charta über eine strategische Partnerschaft mit Aserbaidschan. Dieser Besuch unterstreicht das verstärkte Engagement der Vereinigten Staaten, den Friedensprozess zwischen den beiden Nationen zu festigen, der durch das im August 2025 in Washington unter Vermittlung von Präsident Donald Trump erzielte Vorabkommen eingeleitet wurde.

In Baku besiegelten Vance und der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev ein Dokument, das laut Aliyev eine „völlig neue Ära“ in den bilateralen Beziehungen einläutet. Die unterzeichnete Charta sieht eine tiefgreifende Kooperation in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit, Energie und Technologie vor. Ein besonders bemerkenswerter Aspekt ist die Ankündigung der USA, Aserbaidschan neue Patrouillenboote zum Schutz seiner Hoheitsgewässer zur Verfügung zu stellen – dies markiert das erste Mal, dass Baku militärische Ausrüstung direkt von den Vereinigten Staaten erhält. Darüber hinaus umfasst die Partnerschaft eine engere Zusammenarbeit in der zivilen Kernenergie sowie gemeinsame Initiativen bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz und digitaler Infrastruktur. Präsident Aliyev hob hervor, dass sein Land bereits heute die Energiesicherheit von 16 Staaten gewährleistet, von denen 11 Mitglieder der NATO sind. Vance betonte das Ziel, „Wohlstand dort zu schaffen, wo früher nur Kampf und Konflikt herrschten“, und richtete den Fokus damit klar auf die Zukunft.

Auch der vorangegangene Aufenthalt in Eriwan lieferte bedeutende diplomatische Ergebnisse. Bei seinem Treffen mit dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan unterzeichnete Vance ein Abkommen zur Förderung von Gesprächen über eine Kooperation im Bereich der zivilen Kernenergie. Der Vizepräsident signalisierte zudem die Bereitschaft der USA, hochmoderne Computerchips und Aufklärungsdrohnen nach Armenien zu exportieren sowie massiv in die nationale Infrastruktur zu investieren. Paschinjan bezeichnete den Besuch als „wahrhaft historisch“. Trotz der positiven Dynamik gab es diplomatische Spannungen, als eine Erwähnung des Völkermords an den Armeniern vom offiziellen Social-Media-Konto des Vizepräsidenten entfernt wurde; Vance kompensierte dies symbolisch durch eine feierliche Kranzniederlegung am zentralen Denkmal.

Das verbindende Element der neuen regionalen Vision ist der sogenannte „Trump-Korridor für internationalen Frieden und Wohlstand“ (TRIPP). Diese etwa 43 Kilometer (27 Meilen) lange Straßen- und Schienenverbindung soll das aserbaidschanische Kernland durch armenisches Territorium mit der Autonomen Republik Nachitschewan verbinden. Das Projekt, das auch als Sangesur-Korridor bekannt ist, umgeht dabei gezielt russisches und iranisches Gebiet. Die Entwicklung dieses Korridors wurde im Rahmen des Washingtoner Friedensabkommens vom August 2025 vereinbart, wobei sich die USA exklusive Entwicklungsrechte für einen Zeitraum von 99 Jahren sicherten. Aliyev bezeichnete TRIPP als einen entscheidenden Beitrag zu Frieden und Entwicklung, der zudem eine strategische Brücke zwischen Asien und Europa schlägt.

Dieser diplomatische Vorstoß der USA festigt ihre strategische Präsenz in einer Region, die traditionell als Einflusssphäre Russlands galt. Die Unterzeichnung der Charta in Baku, unmittelbar nach den Vereinbarungen in Eriwan, verdeutlicht das Bestreben der Trump-Vance-Administration, eine dauerhafte Architektur regionaler Stabilität zu schaffen. Diese basiert primär auf engen wirtschaftlichen Verflechtungen und gegenseitigen Sicherheitsgarantien. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Abkommen soll künftig als Eckpfeiler für den internationalen Handel und die Diplomatie im gesamten Kaukasus dienen.

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Quellen

  • euronews

  • Council on Foreign Relations

  • Euronews

  • President.az

  • Interfax

  • The Jerusalem Post

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