Papst Leo XIV würdigt Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan beim Zayed-Preis

Bearbeitet von: gaya ❤️ one

Der amerikanische Kardinal Robert Prevost wählte Papst Leo XIV.

Am 4. Februar 2026 übermittelte Papst Leo XIV. seine erste Botschaft des Jahres anlässlich des Internationalen Tages der Menschlichen Brüderlichkeit, deren zentrales Element die Verleihung des Zayed-Preises für Menschliche Brüderlichkeit 2026 bildete. In seiner Ansprache, die im Rahmen der Generalaudienz stattfand, betonte der Pontifex die Brüderlichkeit als eine unverzichtbare, konkrete Verantwortung und nicht lediglich als ein fernes Ideal. Die Zeremonie in Abu Dhabi, bei der Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, Präsident der VAE, die Auszeichnungen überreichte, ehrte maßgeblich die Architekten des Friedensabkommens zwischen Armenien und Aserbaidschan sowie Organisationen, die sich der humanitären Hilfe widmen.

Die Preisverleihung würdigte explizit die Normalisierung der Beziehungen zwischen der Republik Armenien und der Republik Aserbaidschan, die durch das Friedensabkommen vom 8. August 2025 besiegelt wurde. Dieses historische Abkommen beendete einen Konflikt um Bergkarabach, der sich über ein Jahrzehnt erstreckte. Zu den ausgezeichneten Persönlichkeiten zählten Seine Exzellenz Ilham Aliyev, Präsident von Aserbaidschan, und Seine Exzellenz Nikol Paschinjan, Premierminister von Armenien, die vom Papst als „Säer der Hoffnung“ bezeichnet wurden. Ebenfalls geehrt wurden Zarqa Yaftali, eine Fürsprecherin für die Bildung afghanischer Mädchen, und die palästinensische Organisation Taawon, die sich der humanitären Krise in den palästinensischen Gebieten widmet.

Die Vermittlung des Friedensabkommens erfolgte durch den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, dessen Rolle bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung im Weißen Haus am 8. August 2025 gewürdigt wurde. Ein zentrales Element des Abkommens ist die Schaffung eines Transitkorridors, der das aserbaidschanische Kernland mit der Autonomen Republik Nachitschewan verbindet; dieser Korridor wurde als Trump Route for International Peace and Prosperity (TRIPP) benannt. Die Vereinigten Staaten erhielten für 99 Jahre die exklusiven Entwicklungsrechte für diesen Korridor, der einen 32 Kilometer langen Abschnitt armenischen Territoriums umfasst. Die Unterzeichnung des Abkommens in Washington D.C. beinhaltete auch den gemeinsamen Appell zur Schließung des OSZE-Minsk-Prozesses.

Papst Leo XIV hob in seiner Botschaft hervor, dass die Verwirklichung der Brüderlichkeit einen täglichen, konkreten Einsatz erfordere, der über reine Theorie hinausgehen müsse, und zitierte dabei die mahnenden Worte von Papst Franziskus aus der Enzyklika Fratelli Tutti. Die Notwendigkeit dieser Geschwisterlichkeit sei in einer Zeit, in der viele Menschen Gewalt und Krieg erlitten, eine dringende Notwendigkeit. Die Auszeichnung des Friedensprozesses steht in diesem Kontext als Beleg dafür, dass selbst tiefste Spaltungen durch solidarische und tatkräftige Maßnahmen geheilt werden können. Die Zeremonie fand am 4. Februar 2026 statt, was zugleich den siebten Jahrestag der Unterzeichnung des Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen im Jahr 2019 durch Papst Franziskus und den Großimam von Al-Azhar, Ahmed Al-Tayyeb, markiert.

Über die feierlichen Anerkennungen hinaus äußerte Papst Leo XIV seine Sorge angesichts der globalen Lage, insbesondere im Hinblick auf das Auslaufen des New-Start-Vertrages und die Gefahr eines erneuten Rüstungswettlaufs. Die Auszeichnung des Friedensabkommens, das die Abhängigkeit Armeniens von Russland in Sicherheitsfragen nach dem militärischen Vorgehen Aserbaidschans 2023 in Frage stellte, signalisiert eine strategische Neuausrichtung in der Kaukasusregion.

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Quellen

  • FarodiRoma

  • Emirates News Agency

  • FarodiRoma

  • The Holy See

  • The Guardian

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