Japanisches Versorgungsfahrzeug HTV-X1 koppelt von ISS ab zur Technologieerprobung
Bearbeitet von: Svetlana Velhush
Das unbemannte japanische Versorgungsfahrzeug HTV-X1 hat am Freitag, dem 6. März 2026, um 4:23 Uhr japanischer Standardzeit (JST) erfolgreich vom Greifarm der Internationalen Raumstation (ISS) abgekoppelt. Die vollständige Trennung von der Station erfolgte am 7. März 2026 um 2:00 Uhr JST, bestätigte das JAXA Mission Control Center. Dieses Manöver leitet die zweite Phase der Mission ein, die sich von der reinen Versorgungstätigkeit hin zu einer ausgedehnten, eigenständigen Technologieerprobung im Orbit verlagert.
Das HTV-X1 hatte zuvor im Oktober 2025 mittels einer H3-Rakete seine Versorgungslieferung zur ISS abgeschlossen und dabei Fracht angedockt. Die Abkopplung war ein präziser Vorgang, bei dem die Verbindungskabel zum ISS-Modul durchtrennt wurden, woraufhin das Fahrzeug unter Überwachung der JAXA-Bodenkontrolle frei manövrierte. Das HTV-X1 ist der Nachfolger des H-II Transfer Vehicle (HTV), das von 2009 bis 2020 im Einsatz war, und soll nun seine erweiterte Funktionalität als „Dual-Use“-Frachter unter Beweis stellen. Astronaut Akihiko Hoshide war bei der Ankunft des Raumfahrzeugs für die Erfassung mittels des Roboterarms verantwortlich.
Die nun beginnende Technologieerprobungsphase wird voraussichtlich rund drei Monate dauern und beinhaltet eine signifikante Höhenanhebung um etwa 500 Kilometer zur Überprüfung der Missionsfähigkeit unter veränderten Bedingungen. Zu den Schlüsseltests gehören das „H-SSOD“-Experiment zur Freisetzung von Ultra-Klein-Satelliten, „Mt. FUJI“ zur Demonstration von Lageregelungs- und Positionsbestimmungsinstrumenten sowie „DELIGHT“, bei dem eine leichte, ausfahrbare Antenne im Orbit getestet wird. Diese Demonstrationen sind integraler Bestandteil der japanischen Strategie zur Entwicklung zukünftiger Fähigkeiten im Bereich Weltraumschrottbeseitigung und der Verlängerung der Lebensdauer von Satelliten.
Die Entwicklung des HTV-X, das eine Nutzlastkapazität von bis zu 6 Tonnen aufweist und damit 1,5-mal größer ist als sein Vorgänger, signalisiert Japans Ambitionen im Bereich der internationalen Raumfahrt, möglicherweise auch für das Lunar-Orbital Platform-Gateway im Rahmen des Artemis-Programms. Die H3-Rakete, die das HTV-X1 startete, ist die leistungsstärkste Variante der H3-Familie und wurde zur Senkung von Startkosten und Vorbereitungszeiten entwickelt. Die Notwendigkeit dieser Demonstrationen wird durch die zunehmende Vermüllung der erdnahen Umlaufbahnen unterstrichen, wo Hunderttausende von Objekten eine ernste Gefahr darstellen.
Nach Abschluss der dreimonatigen Testreihe ist für das HTV-X1 ein kontrolliertes Deorbit-Manöver vorgesehen. Das Raumfahrzeug soll zusammen mit den an Bord befindlichen Abfällen der ISS in der Erdatmosphäre verglühen. Dieser geplante atmosphärische Wiedereintritt dient der sicheren Entsorgung von Fracht und der Einhaltung internationaler Standards für das Orbitalmanagement. Die gesamte Mission demonstriert einen strukturierten Ansatz zur Validierung neuer Raumfahrtsysteme in einer realen Einsatzumgebung.
54 Ansichten
Quellen
読売新聞オンライン
読売新聞
JAXA 有人宇宙技術部門
マイナビニュース
JAXA
Space BD株式会社
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.



