
China verzichtet auf Entwicklungslandstatus bei der WTO – Ein bedeutender Wandel im globalen Handel
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

China hat am 23. September 2025 seinen Status als Entwicklungsland bei der Welthandelsorganisation (WTO) aufgegeben. Diese Entscheidung wurde von Premierminister Li Qiang auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York verkündet und von WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala als entscheidender Schritt für die Reform der Organisation gelobt.
Der Verzicht bedeutet, dass China keine Vorteile mehr aus den Bestimmungen des „Special and Differential Treatment“ (SDT) der WTO ziehen wird. Diese Bestimmungen gewähren Entwicklungsländern traditionell Vorteile wie längere Umsetzungsfristen für Abkommen, höhere Zölle und Subventionen. Die Vereinigten Staaten hatten wiederholt argumentiert, dass große Volkswirtschaften wie China keine solchen Vergünstigungen mehr beanspruchen sollten, da dies als unfairer Vorteil angesehen wird.
Chinas Entscheidung wird als proaktiver Schritt zur Übernahme größerer globaler Verantwortung und zur Förderung eines ausgewogeneren und gerechteren Welthandelssystems gewertet. Premierminister Li Qiang bezeichnete China als „verantwortungsbewusstes großes Entwicklungsland“ und betonte, dass diese Maßnahme darauf abzielt, die Herausforderungen des multilateralen Handelssystems anzugehen. Obwohl China seinen Status als Entwicklungsland beibehält, signalisiert der Verzicht auf neue SDT-Vorteile eine Bereitschaft, sich stärker an globale Handelsregeln zu binden und die WTO-Reformen voranzutreiben.
WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala hob die Bedeutung dieses Schrittes hervor und nannte ihn einen „Schlüsselmoment für die WTO“. Sie lobte Chinas Führung in dieser Angelegenheit und sieht darin eine Bestätigung für die Bemühungen um eine ausgewogenere und gerechtere globale Handelsordnung. Diese Entwicklung könnte auch dazu beitragen, die Handelsspannungen zwischen China und den USA abzubauen.
Historisch gesehen ermöglichten die SDT-Bestimmungen Entwicklungsländern, ihre wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen, indem sie ihnen Flexibilität bei der Umsetzung von Handelsverpflichtungen gewährten. Chinas Entscheidung, auf diese Vorteile für zukünftige und laufende Verhandlungen zu verzichten, ist eine strategische Neuausrichtung, die weitreichende Implikationen für zukünftige Handelsabkommen und die globale Wirtschaftsordnung haben dürfte.
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Quellen
Reuters
InsideTrade.com
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