ESA präsentiert erste hochauflösende SAR-Bilder des Sentinel-1D-Satelliten

Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17

Die ersten CopernicusEU Sentinel-1D-Bilder sind da!

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat am 26. November 2025 im Rahmen ihres Ministerrats in Bremen, Deutschland, die ersten hochauflösenden Synthetic Aperture Radar (SAR)-Bilder des kürzlich gestarteten Copernicus Sentinel-1D-Satelliten der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Radaraufnahmen zeigen detaillierte Ansichten von Gletschern in der Antarktis, der Südspitze Südamerikas sowie der deutschen Stadt Bremen selbst. Die Präsentation dieser Daten erfolgte zeitgleich mit wichtigen Verhandlungen über das zukünftige Budget und die Strategie der ESA für die kommenden Jahre, da der Ministerrat (CM25) an den Tagen des 26. und 27. November stattfand.

Sentinel-1D hat seine ersten Bilder geliefert.

Der Sentinel-1D, die vierte Einheit der Sentinel-1-Konstellation, wurde am 4. November 2025 um 21:03 UTC mittels einer Ariane 6-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, erfolgreich in den Orbit gebracht. Nach dem Start, dessen Abschluss mit der Entsorgung der Oberstufe der Ariane 6 um 01:16 UTC am 5. November erfolgte, begann die Inbetriebnahme des Satelliten. Das Raumfahrzeug erreichte eine sonnensynchrone Umlaufbahn in einer Höhe von ungefähr 693 Kilometern. Die erste Signalaufnahme gelang bereits am 4. November 2025 um 22:22 UTC über die Troll-Bodenstation in der Antarktis, gefolgt von einer zehnstündigen Entfaltungssequenz für die Solarzellen und die Radar-Antenne. Die Erfassung der ersten wissenschaftlichen Daten verlief mit hoher Geschwindigkeit: Bereits in der Nacht zum 6. November (europäische Zeit) wurden Bilder über der Antarktischen Halbinsel, Feuerland (Tierra del Fuego) und dem Thwaites-Gletscher aufgenommen; nur etwa sechs Stunden später lieferte Sentinel-1D Aufnahmen über Bremen.

Sentinel-1D ist mit einem C-Band SAR-Instrument ausgestattet, das hochauflösende Bilder unabhängig von Wetterbedingungen oder Tageslicht liefert. Diese Fähigkeit ist essenziell für die kontinuierliche Überwachung von Meereiszonen, der arktischen Umwelt, der Überwachung von Landbewegungsrisiken und die Unterstützung humanitärer Hilfe. Das Raumfahrzeug ergänzt Sentinel-1C, der im Dezember 2024 gestartet wurde, um einen Sechs-Tage-Wiederkehrzyklus aufrechtzuerhalten. Langfristig wird Sentinel-1D den 2014 gestarteten Sentinel-1A ersetzen, dessen geplante Missionsdauer damit überschritten wurde. Die neuen Satelliten verfügen zudem über ein Galileo-fähiges Empfangsgerät und ein Automatic Identification System (AIS) zur verbesserten Schiffs- und Meeresverschmutzungsdetektion.

Die erfolgreiche Inbetriebnahme des neuen Satelliten fällt in eine Periode strategischer Weichenstellungen für die ESA. Beim Ministerrat in Bremen, den der italienische Minister Adolfo Urso leitete, wurde ein Budget von 22,1 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre beschlossen, was einer Steigerung von 30 % gegenüber dem vorherigen Budget entspricht. Diese Finanzierungsentscheidungen sind an die Umsetzung der ESA-Strategie 2040 gekoppelt und unterstreichen die wachsende Bedeutung der Raumfahrt für Europas Sicherheit und technologische Souveränität. Die Daten des Sentinel-1D-Programms, die frei und offen zugänglich sind, bilden die Grundlage für operative Copernicus-Informationsdienste, die zum Umweltmanagement und zur Reaktion auf den Klimawandel beitragen.

Quellen

  • European Space Agency (ESA)

  • ESA - Sentinel-1D delivers first images: from Antarctica to Bremen

  • OBSERVER: Countdown to launch – Copernicus Sentinel-1D lifts off in November

  • Successful launch of Copernicus Sentinel-1D strengthens Europe's Earth Observation capacity

  • Minister Puisto to attend European Space Agency's Ministerial Council

  • ESA MINISTERIAL COUNCIL, Nov 26-27, 2025, Bremen, Germany (portions livestreamed)

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