Spanischer Militärsatellit SpainSat NG-2 nach Partikeleinschlag in kritischem Zustand
Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17
Der spanische Kommunikationssatellit für militärische Zwecke, SpainSat NG-2, erlitt kurz nach seinem Start am 23. Oktober 2025 eine signifikante Betriebsunterbrechung. Am 2. Januar 2026 bestätigte der Betreiber Hisdesat den Eintritt eines Anomalieereignisses, das auf den Einschlag eines Weltraumpartikels während der Transferphase in die geostationäre Umlaufbahn zurückgeführt wird. Der Vorfall ereignete sich in einer Höhe von annähernd 50.000 Kilometern, was die Komplexität der Transitphase über der Zielposition von 35.786 Kilometern verdeutlicht.
Zu den zentralen Akteuren dieses Regierungskommunikationssystems gehören der Auftraggeber, das spanische Verteidigungsministerium, der Eigentümer und Betreiber Hisdesat sowie die Indra Group, die eine Mehrheitsbeteiligung an Hisdesat hält. Airbus fungiert als Hauptauftragnehmer für den Bau des Satelliten. Die strategische Bedeutung des Programms wird durch seine Rolle innerhalb der europäischen Verteidigungsinfrastruktur, insbesondere im Rahmen des Govsatcom-Programms der Europäischen Kommission, unterstrichen. SpainSat NG-2 sollte das bereits seit Januar 2025 voll funktionsfähige Zwillingssystem SpainSat NG-1 ergänzen.
Hisdesat implementierte umgehend einen Notfallplan zur Gewährleistung der Dienstkontinuität für das Verteidigungsministerium. Technische Teams der Indra Group, die durch die Mehrheitsbeteiligung an Hispasat zu einem bedeutenden europäischen Akteur im Raumfahrtsektor aufgestiegen ist, analysieren derzeit die gesammelten Daten, um das Schadensausmaß festzustellen. Das SpainSat NG-Programm stellt eine Investition der spanischen Regierung von über zwei Milliarden Euro dar, was die Ernsthaftigkeit der Lage hervorhebt.
Der Vorfall beleuchtet die inhärenten Risiken von Weltraumoperationen, die durch die zunehmende Dichte an Weltraumschrott verschärft werden. Kollisionen mit selbst kleinsten Objekten können aufgrund der extremen Orbitalgeschwindigkeiten zu erheblichen Schäden führen. Die Hersteller Airbus und Thales Alenia Space wurden 2019 mit dem Bau der Satelliten beauftragt, die für sichere Kommunikationsdienste im X-Band, im militärischen Ka-Band und im UHF-Band konzipiert sind. Die Analyse der Aufpralldaten wird entscheidend sein, um die Robustheit der Plattformen und die Wirksamkeit der Schutzmechanismen für zukünftige Designstandards zu bewerten.
Indra hat die Möglichkeit eines Ersatzes des beschädigten Satelliten ins Spiel gebracht und signalisiert damit ein starkes Engagement, die volle Kapazität der Konstellation aufrechtzuerhalten, auch wenn dies zusätzliche zeitliche und finanzielle Aufwände nach sich zieht. Die technische Zuverlässigkeit und die Kostenkontrolle bleiben zentrale Herausforderungen dieser ressourcenintensiven Weltraummissionen.
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Quellen
Space.com
Spain's New Communications Satellite Suffers “Space Particle” Strike
'Space particle' slams into Spain's new communications satellite high above Earth
Hisdesat assesses damage after SpainSat space debris collision
SpaceX launches SpainSat NG II communications satellite on Falcon 9 rocket from the Kennedy Space Center
Spainsat NG - Wikipedia
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