Nährstoffprofil von Eiern und Einfluss der Zubereitung auf die Bioverfügbarkeit

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Eier behalten ihren Status als ernährungsphysiologisch dichte Lebensmittel, da sie ein vollständiges Proteinprofil sowie kritische Mikronährstoffe wie Cholin, Lutein und Zeaxanthin liefern. Das Eigelb ist eine wesentliche Quelle für Cholin; zwei Eier können täglich nahezu 300 mg dieses essenziellen Nährstoffs bereitstellen, was über der Hälfte der empfohlenen Tagesdosis entspricht. Weiterhin enthalten sie etwa 1.200 bis 1.500 µg Lutein und Zeaxanthin pro Portion, zwei Carotinoide, die für die menschliche Netzhaut von Bedeutung sind. Die biochemische Struktur des Eies, insbesondere durch Phospholipide wie Phosphatidylcholin, ermöglicht eine höhere Aufnahme von Cholin im Vergleich zu anderen Nahrungsquellen.

Die wissenschaftliche Bewertung von diätetischem Cholesterin hat sich gewandelt, was zu einer Neubewertung des Eikonsums in aktuellen Ernährungsrichtlinien geführt hat. Frühere Bedenken, die auf der direkten Korrelation zwischen Cholesterinzufuhr und Serumspiegeln basierten, wurden durch neuere Forschung relativiert. Studien wie die Framingham Offspring Study und die PURE-Studie legen nahe, dass die aufgenommene Menge an Cholesterin bei der Mehrheit gesunder Personen nur einen geringen Einfluss auf das Blutfettprofil hat. Ein einzelnes Ei enthält circa 200 mg Cholesterin, wobei die körpereigene Produktion, primär in der Leber, etwa 80% des Bedarfs deckt. Ernährungsmediziner, darunter Dr. Matthias Baum, betonen, dass ein Ei pro Tag für die meisten Menschen keinen nachweisbar negativen Effekt auf kardiovaskuläre Erkrankungen hat, wobei der Gesamtkontext aus Lebensstil und individuellen Werten entscheidend bleibt.

Die Zubereitungsmethode beeinflusst maßgeblich die Maximierung des Nährwertprofils von Eiern und hat zu Innovationen in der Küchentechnik geführt. Während traditionelle Verfahren wie sanftes Kochen oder Pochieren die empfindlichen Augennährstoffe Lutein und Zeaxanthin besser bewahren, da diese bei Temperaturen über 80 Grad Celsius signifikant abgebaut werden können, zielen moderne Geräte auf Bequemlichkeit ab. Spezialisierte Mikrowellen-Eierkocher sind ein Beispiel für solche Innovationen, die eine schnelle Zubereitung ohne starke Beeinträchtigung der Textur anstreben. Im Gegensatz dazu steht die japanische Onsen-Ei-Spezialität, die bei einer konstanten, langsamen Gartemperatur von etwa 63 Grad Celsius zubereitet wird, was eine einzigartige, cremige Textur erzeugt und die Nährstofferhaltung optimieren soll. Gleichzeitig muss das Eiklar ausreichend erhitzt werden, um das Protein Avidin zu denaturieren, welches das essenzielle Biotin bindet; dies geschieht typischerweise im Bereich von 60 bis 70 Grad Celsius.

Die Diskussion um den Eikonsum wird auch durch sich entwickelnde Ernährungsempfehlungen beeinflusst, die zunehmend ökologische und nachhaltige Aspekte einbeziehen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schlug in neueren Empfehlungen eine Begrenzung auf maximal 300 Gramm Ei pro Woche vor, was etwa drei bis vier Eiern entspricht, wobei auch Umweltbelastungen berücksichtigt werden. Dies steht im Kontrast zur Position, dass Eier aufgrund ihrer ganzjährigen Verfügbarkeit und geringen Preisschwankungen von 14,1 Prozent ein stabiler und erschwinglicher Lieferant essentieller Nährstoffe sind, was sie zu einem wichtigen Faktor für die globale Ernährungssicherheit macht. Organisationen wie die Gates Foundation und die Children's Investment Fund Foundation (CIFF) unterstützen Programme zur Steigerung des Eikonsums in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zur Verbesserung der Mutter-Kind-Ernährung. Zudem beeinflusst die Wahl der Haltungsform das Fettsäuremuster; Bio-Eier weisen oft ein günstigeres Omega-6- zu Omega-3-Verhältnis von 4:1 auf, bedingt durch die vielfältigere Ernährung der Hühner.

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Quellen

  • The TOC

  • MDPI

  • Hendrix Genetics BV

  • VnExpress International

  • Sci.News

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