Renuka-Feuchtgebiet in Himachal Pradesh zieht Hunderte Zugvögel an
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Das Renuka-Feuchtgebiet, das kleinste Ramsar-Gebiet Indiens, dient diesen Winter als bedeutender Rückzugsort für Zugvögel, was seine herausragende ökologische Wichtigkeit unterstreicht. Die natürliche Feuchtzone liegt im Distrikt Sirmour in Himachal Pradesh und wird durch Süßwasserquellen sowie unterirdische Karstformationen gespeist, bevor sie in den Giri-Fluss mündet. Die Ausweisung als Ramsar-Stätte erfolgte am 8. November 2005 für das Gebiet, das eine Fläche von lediglich 20 Hektar umfasst.
Aktuelle Erhebungen vom Januar 2026 belegen die Anwesenheit von annähernd 423 durchziehenden Vögeln, die sich vornehmlich in den oberen Bereichen des Sees versammelt haben. Zu den prominentesten beobachteten Arten gehören das Blässhuhn (Eurasian Moorhen) mit 207 Exemplaren und die Blässralle (Eurasian Coot) mit 137 gezählten Vögeln. Darüber hinaus wurden Stockenten, Kormorane, Tauchenten und Sandläufer registriert, was die zentrale Rolle des Reservats als lebenswichtiger Anlaufpunkt für die Avifauna bekräftigt.
Obwohl die Fläche des Feuchtgebiets mit rund 20 Hektar bescheiden ist, bietet es den Langstreckenziehern durch sauberes Wasser und den Überfluss an aquatischer Vegetation die notwendige Nahrungsgrundlage. Verantwortliche der Forstverwaltung von Shimla, welche die Stätte verwalten, geben an, dass diese Vögel weite Strecken aus Regionen wie Sibirien und Kasachstan zurücklegen, um in den indischen Feuchtgebieten mildere Temperaturen und verlässliche Nahrungsquellen zu finden. Das Feuchtgebiet ist Teil des Renuka Wildlife Sanctuary, dessen Gesamtfläche 402,80 Hektar beträgt und das als „Abhayaranya“ deklariert wurde, was jegliche Rechte im Kernbereich ausschließt.
Die ökologische Signifikanz des Gebiets wird durch seine geologische Beschaffenheit verstärkt; es handelt sich um ein typisches oligotrophes Himalaya-Feuchtgebiet, umgeben von steilen Hügeln. Im gesamten Renuka-Gebiet wurden insgesamt 103 Vogelarten erfasst, wovon 66 Standvögel sind. Die Erhaltung dieses Ortes wird durch Schutzmaßnahmen wie die Sensibilisierung der Gemeinschaft und die Verhinderung von Schlammeintrag von erodierten Hängen sowie massive Aufforstungen im Einzugsgebiet unterstützt.
Das Gebiet besitzt zudem eine hohe spirituelle Bedeutung, da es nach Renuka, der Mutter des Weisen Parshuram, benannt ist und jährlich Tausende von Pilgern anzieht. Diese duale Rolle als heiliger Ort und international anerkanntes Schutzgebiet stellt eine anhaltende Herausforderung für den Naturschutz dar, insbesondere im Hinblick auf die touristische und religiöse Nutzung, wie das jährlich im November stattfindende internationale Renukaji-Fest. Die anhaltende Anziehungskraft des Renuka-Sees für diese Vogelpopulationen im Januar 2026 bekräftigt die Notwendigkeit eines integrierten Managements zur Wahrung der Balance zwischen kulturellem Erbe und ökologischem Erhalt.
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Quellen
The Tribune
The Tribune
Crazy News India
testbook.com
Ramsar Sites Information Service
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