Neue Namen für Nordatlantische Glattwale: Bestand wächst leicht, Schutzmaßnahmen bleiben essenziell
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Die wissenschaftliche Gemeinschaft, angeführt von Forschern des New England Aquarium, setzt ihre wichtige Arbeit zur Überwachung der kritisch gefährdeten Nordatlantischen Glattwale fort, indem sie den Tieren neue Namen zuweist. Diese jährliche Zeremonie dient als zentraler Ankerpunkt für die präzise Erfassung und Verfolgung der einzelnen Meeressäuger, was die gesamte Schutzarbeit fundamental stärkt. In der jüngsten Runde erhielten achtzehn Walen neue Bezeichnungen, wodurch die Gesamtzahl der im Katalog geführten Individuen auf nunmehr 384 ansteigt, wie das North Atlantic Right Whale Consortium mitteilte. Zu den neu benannten Tieren gehören unter anderem 'Lasagna', 'Scorpion', 'Dandelion', 'Taffy', 'Spectre' und 'Athena', deren Namen aus der sorgfältigen Beobachtung einzigartiger physischer Merkmale oder Lebensereignisse resultieren.
Die jüngste Populationsschätzung des North Atlantic Right Whale Consortiums meldete einen Anstieg auf 384 Tiere für das Jahr 2024, was einer Zunahme von 2,1 Prozent gegenüber der neu berechneten Schätzung von 376 Individuen für 2023 entspricht. Dies setzt einen langsamen Aufwärtstrend fort, der seit dem Tiefpunkt von 358 Tieren im Jahr 2020 zu beobachten ist. Trotz dieser vorsichtig optimistischen Zahlen bleibt die Existenz des Atlantischen Nordkapers (Eubalaena glacialis), der von der IUCN weiterhin als vom Aussterben bedroht geführt wird, ein ernstes Anliegen. Die IUCN führt diese Bartenwale weiterhin als vom Aussterben bedroht.
Die anhaltende Notlage wird durch das seit 2017 andauernde „Ungewöhnliche Sterblichkeitsereignis“ (UME) unterstrichen, das auf menschliche Einflüsse zurückzuführen ist. Die Hauptgefahren für die langsamen Schwimmer sind nach wie vor die Verstrickung in Fischereiausrüstung und Kollisionen mit Schiffen. Forschungsergebnisse aus den Jahren 2003 bis 2018 belegten, dass fast 90 Prozent der Todesfälle, deren Ursache eindeutig feststellbar war, auf diese beiden Faktoren zurückzuführen sind. Obwohl die Zahlen für das laufende Jahr bislang niedriger sind, mahnen Experten zur Vorsicht, da die Datenerfassung noch nicht abgeschlossen ist und die Bedrohungen fortbestehen.
Historisch gesehen wurden diese Wale, die wegen ihrer langsamen Fortbewegung und ihres hohen Blubberanteils von Walfängern als „richtige Wale zum Fangen“ bezeichnet wurden, bereits im 16. Jahrhundert stark dezimiert, was zur vollständigen Ausrottung der Populationen im Ostatlantik führte. Die Wissenschaft arbeitet intensiv an Lösungen, darunter die Entwicklung neuer, weniger gefährlicher Fangtechnologien und die Nutzung akustischer Überwachung. Die Erhaltung der fortpflanzungsfähigen Weibchen ist von entscheidender Bedeutung, da der Verlust eines einzigen solchen Tieres die Erholung der gesamten Art erheblich zurückwerfen kann, weshalb konsequente Schutzmaßnahmen als nicht verhandelbar gelten.
Quellen
Boston Herald
Meet the Newly Named Right Whales of 2025 - New England Aquarium
2024–2025 North Atlantic Right Whale Mother and Calf Pairs - New England Aquarium
Scientists unveil new names for 19 North Atlantic right whales - New England Aquarium
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