Junges Florida-Seekuh-Kalb nach Rettung aus Regenwasserabfluss in Obhut übergeben

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Ein Jungtier der Florida-Seekuh (Trichechus manatus latirostris) mit einem geschätzten Gewicht von fast 186 Kilogramm wurde erfolgreich aus einer Sturmabfluss-Baffle-Box in Florida geborgen. Das Tier suchte mutmaßlich Schutz vor den für die Jahreszeit ungewöhnlich niedrigen Wassertemperaturen, ein Zustand, der bei Seekühen als Kältestress bekannt ist und zu Untergewicht sowie weiteren Komplikationen führen kann. Die Entdeckung erfolgte durch ein Team von Haley Ward, Inc., einem in Florida ansässigen Bau- und Beratungsunternehmen, während einer routinemäßigen Infrastrukturinspektion.

Die Bergung löste eine koordinierte Reaktion mehrerer Behörden aus, darunter die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) und lokale Rettungsdienste. Die Einsatzkräfte benötigten mehrere Stunden intensiver Arbeit, um die Öffnung des Abflusses zu erweitern, wofür Asphalt aufgeschnitten und in die Fahrbahn gebohrt werden musste, um das etwa 2,13 Meter lange männliche Tier zu extrahieren. Nach der Befreiung wurde die Seekuh zur Beobachtung und Genesung in das SeaWorld Rescue Center transportiert, das seit Mitte der 1970er Jahre aktiv an der Rettung und Rehabilitation von Seekühen beteiligt ist.

Erste Untersuchungen des Fish and Wildlife Research Institute (FWRI) ergaben, dass das Jungtier unterernährt war und mehrere offene Wunden aufwies. Unterernährung ist eine häufige Folge von Kältestress, da Temperaturen unter etwa 15,5 Grad Celsius für Seekühe unerträglich sind und sie von warmen Wasserquellen abhängig machen. Positiv wurde vermerkt, dass das Jungtier bereits in seiner ersten Nacht Interesse an Nahrung zeigte, was einen ermutigenden Beginn der Genesung signalisiert.

Die FWC betont die Bedeutung von Meldungen in Not geratener Seekühe über ihre Wildlife Alert Hotline als entscheidenden Beitrag zu den Naturschutzbemühungen. Die Florida-Seekuh wurde 2017 von „stark gefährdet“ auf „gefährdet“ herabgestuft, da die Population auf mindestens 8.350 Tiere angewachsen war. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen, wie die durch Umweltfaktoren beeinflusste Nahrungsverfügbarkeit in wichtigen Winterfuttergebieten. Die Rehabilitation von Tieren wie diesem Jungtier ist ein wichtiger Bestandteil der Bemühungen, die Gesamtsterblichkeit zu reduzieren und Erkenntnisse über populationsweite Gesundheitsbedenken zu gewinnen.

Die kontinuierliche Unterstützung der Öffentlichkeit, beispielsweise durch den Kauf von „Save the Manatee“-Kennzeichen, ermöglicht die Verwaltung und Forschungsprogramme, die für den Schutz dieser Schlüsselart Floridas unerlässlich sind. Die Rettung des Jungtiers aus städtischer Infrastruktur verdeutlicht die ständigen Schnittstellen zwischen menschlicher Entwicklung und dem Überleben der Meeressäuger in Floridas Gewässern.

7 Ansichten

Quellen

  • FOX Weather

  • FWC

  • Save the Manatee Club

  • Dolphin Research Center

  • WCBM News-Talk Radio

  • UF Health

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