Sberbank kündigt Einführung von Unternehmenskrediten gegen Krypto-Sicherheiten an – Regulatorischer Wandel in Russland

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

Die Sberbank, das nach Bilanzsumme führende Kreditinstitut der Russischen Föderation, hat am 6. Februar 2026 den Startschuss für die großflächige kommerzielle Einführung von Unternehmenskrediten gegeben, die durch digitale Vermögenswerte besichert sind. Dieser strategische Schritt folgt auf den erfolgreichen Abschluss eines Pilotprojekts Ende 2025. Die Entscheidung fällt in eine Phase intensiver regulatorischer Bemühungen, wobei die vollständige Ausarbeitung des rechtlichen Rahmens durch die Aufsichtsbehörden bis zum 1. Juli 2026 abgeschlossen sein soll.

Mit dieser Initiative reagiert die Sberbank unmittelbar auf die Marktentwicklung, nachdem der Konkurrent Sowkombank bereits am 5. Februar 2026 als erster Akteur auf dem russischen Markt ähnliche Dienstleistungen für Firmenkunden einführte. Das erweiterte Programm der Sberbank richtet sich an alle juristischen Personen, die Kryptowährungen in ihrer Bilanz führen, wodurch der potenzielle Kundenkreis weit über spezialisierte Mining-Unternehmen hinausgeht. Anatoli Popow, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sberbank, betonte in diesem Zusammenhang die Bereitschaft der Bank zu einem konstruktiven Dialog mit der russischen Zentralbank, um zukunftsorientierte regulatorische Lösungen für die Finanzierung auf Basis digitaler Sicherheiten zu entwickeln.

Die technologische und operative Grundlage wurde bereits Ende 2025 durch eine Pilottransaktion mit der AO „Intelion Data“, einem bedeutenden Akteur im Mining-Sektor, erprobt. Dabei kamen das bankeigene Verwahrungssystem sowie Hardware-Lösungen wie Rutoken zum Einsatz, um die Sicherheit der hinterlegten Werte zu gewährleisten. Währenddessen bietet die Sowkombank ihre Kredite zu einem Zinssatz an, der sieben Prozentpunkte über dem Leitzins der Zentralbank liegt – was zum Startzeitpunkt etwa 23 % jährlich entsprach – bei einem Beleihungsabschlag von 50 % und einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren. Solche Produkte gewinnen besonders an Bedeutung, nachdem der Bitcoin-Kurs nach seinem im Herbst 2025 erreichten Rekordwert von über 125.000 US-Dollar korrigierte, da sie es Besitzern ermöglichen, Liquidität zu generieren, ohne ihre Bestände veräußern zu müssen.

Parallel dazu verzeichnet die Sberbank ein rasantes Wachstum im Bereich der Digitalen Finanzanlagen (DFA). Das Emissionsvolumen dieser Instrumente erreichte im Jahr 2025 beeindruckende 408 Milliarden Rubel, was einer Verfünffachung gegenüber den 73 Milliarden Rubel aus dem Jahr 2024 entspricht. Die Dynamik beschleunigte sich im Januar 2026 weiter, als allein in diesem Monat Emissionen im Wert von 231 Milliarden Rubel getätigt wurden – mehr als die Hälfte des gesamten Vorjahresvolumens. Die eigenen digitalen Finanzanlagen der Sberbank wurden Anfang 2026 auf 185 Milliarden Rubel geschätzt, was ein siebenfaches Wachstum innerhalb von nur sechs Monaten darstellt, ausgehend von einem Wert von 25 Milliarden Rubel.

Im größeren regulatorischen Kontext arbeiten die russischen Behörden an einer systemischen Transformation des Rechtsraums, die bis zum 1. Juli 2026 auch qualifizierten und nicht-qualifizierten Anlegern den Marktzugang ermöglichen soll. Aktuell stuft die Zentralbank Kryptowährungen als ausländische Währungsbestände ein, was deren Kauf und Verkauf erlaubt, jedoch die Nutzung für Inlandszahlungen untersagt. International wird dieser Trend durch Institutionen wie JPMorgan und Wells Fargo gespiegelt, wobei letztere bereits entsprechende Produkte in ihren Märkten anbieten. Durch das Testen von Instrumenten aus dem Bereich der Dezentralen Finanzierung (DeFi) signalisiert die Sberbank ihren Anspruch, eine führende Rolle in diesem sich wandelnden Finanzparadigma in Russland einzunehmen.

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Quellen

  • CoinDesk

  • The Block

  • Reuters

  • AINvest

  • MEXC Exchange

  • AInvest

  • TechFlow News

  • BingX

  • GBAF - Global Banking & Finance Review®

  • Binance

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