Subjektives Alter als Indikator für Langlebigkeit und Gesundheitsspanne
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Das Gefühl, jünger als das chronologisch festgestellte Alter zu sein, korreliert signifikant mit messbaren Vorteilen für die menschliche Gesundheit und die Lebensspanne. Dieses Phänomen, bekannt als subjektives Alter, fungiert als ein Indikator, der enger mit dem Wohlbefinden und der Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen Alterungsprozessen verbunden ist als das reine Geburtsdatum. Forschungen, unter anderem von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Altersfragen in Berlin, belegen die weitreichenden Auswirkungen dieser Selbstwahrnehmung.
Bahnbrechende Studien demonstrieren eine bemerkenswerte Korrelation: Personen, die sich um drei oder mehr Jahre jünger einschätzen als sie tatsächlich sind, reduzieren ihr Sterberisiko nahezu um die Hälfte im Vergleich zu Gleichaltrigen, die ihr Alter als gleich oder älter empfinden. Dieses positive Selbstbild fördert proaktiv gesundheitsförderndes Verhalten, wie etwa erhöhte körperliche Aktivität oder die Bereitschaft, neue Erfahrungen zu sammeln, was die allgemeine Vitalität steigert. Das subjektiv gefühlte Alter (SGA) wird dabei als ein multidimensionales Konzept betrachtet, das durch soziale Kontexte, psychologische Veranlagungen und individuelle Interpretationen des Alters geprägt wird.
Die Aufrechterhaltung eines jüngeren subjektiven Alters stellt weniger eine Form der Verleugnung dar, sondern vielmehr die bewusste Kultivierung einer Denkweise, die lebenslange Resilienz begünstigt. Ein jüngeres subjektives Alter steht in einem starken Zusammenhang mit der Gesundheit und der Lebenserwartung, wobei Faktoren wie der subjektiv empfundene Gesundheitsstatus und körperliche Einschränkungen bei alltäglichen Verrichtungen das SGA beeinflussen. Darüber hinaus legt die Entwicklungspsychologie nahe, dass ältere Erwachsene eine Positivitäts-Verzerrung zeigen, bei der positive Informationen bevorzugt wahrgenommen werden, was zu einer ausgeglicheneren emotionalen Bilanz beitragen kann.
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Longevity, dem gesunden Altern, zeigt, dass der Lebensstil einen größeren Einfluss auf die Lebensspanne hat als die reine Genetik. Während sich die Lebenserwartung in Industrienationen in den letzten 120 Jahren fast verdoppelt hat, verschiebt sich der Fokus der Forschung, unter anderem unterstützt durch Investitionen von Persönlichkeiten wie Tech-Milliardär Bryan Johnson, hin zur Verlängerung der Gesundheitsspanne. Ein jüngeres subjektives Alter kann dabei als Schutzschirm gegen chronischen Stress wirken, da Menschen, die sich jünger fühlen, tendenziell glücklicher sind und gesündere Entscheidungen treffen, was die negativen Auswirkungen von Belastungen mindern kann.
Die Forschung untersucht zudem psychosoziale Faktoren, die die biologische Integrität beeinflussen. Studien an 33- bis 43-Jährigen zeigten, dass zwei oder mehr Verluste nahestehender Personen zu einem höheren biologischen Alter führten, gemessen an epigenetischen Uhren. Im Gegensatz dazu kann eine milde Form von Stress, ausgelöst beispielsweise durch bestimmte Nahrungsbestandteile, bei Organismen wie dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans die Gesundheitsspanne verlängern, indem schädliche Proteinablagerungen verhindert werden. Die Erkenntnis, dass das subjektive Gefühl des Alters messbare physiologische Auswirkungen hat, rückt die psychologische Komponente des Alterns ins Zentrum der Präventionsmedizin und Longevity-Forschung.
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Quellen
Bona Magazine
Dayna Touron - Google Scholar
UCL News
New Zealand Seniors
Nutritional Outlook
University of Exeter
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