Frühe Berufsberatung als Schlüssel zur Reduzierung von Schulabbrechern und Steigerung der Karrierebereitschaft

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Das moderne Bildungsparadigma betont die untrennbare Verknüpfung von praktischer Erfahrung und zeitnaher Berufsfindung als zentrale Säulen für den Erfolg von Lernenden. Eine vergleichende Analyse der Berufsorientierungssysteme in Ländern wie Spanien, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Kanada hat eine klare Korrelation aufgezeigt: Eine qualitativ hochwertige Berufsberatung führt zu besseren Beschäftigungsquoten und einer signifikanten Abnahme der Frühabbruchraten im Bildungswesen.

Obwohl Spanien im Jahr 2024 einen historischen Tiefstand bei der Quote der frühen Schulabbrecher verzeichnen konnte, hinken die Ergebnisse im direkten Vergleich zu den anderen untersuchten Nationen noch hinterher. Die mangelnde Effektivität der frühzeitigen Karriereberatung schafft eine Kluft zwischen den akademischen Qualifikationen und den tatsächlichen Anforderungen des Arbeitsmarktes. Dies wiederum behindert die Entwicklung der notwendigen Schlüsselkompetenzen bei jungen Menschen.

Führende Bildungsmodelle in Jurisdiktionen wie Kanada, Dänemark und dem Vereinigten Königreich setzen verstärkt auf die frühe Einbindung der Schüler in reale Arbeitsprozesse. In Kanada beginnt die Arbeit mit Jugendlichen bereits im frühen Teenageralter. Die Sommerbeschäftigung gilt als essenzieller Baustein für die Vorbereitung auf das eigenständige Berufsleben. Hierbei erhalten sie Zugang zu Informationen über rund 4000 Berufe über automatisierte „Wahlzentren“.

Sarina Hopkins, die Geschäftsführerin des Canadian Career Development Foundation (CCDF), vertritt die Ansicht, dass die Bereitstellung hochwertiger Karriereberatung eine strategische Investition darstellt. Diese Investition beeinflusst sowohl die akademische Leistung als auch die zukünftige Arbeitsmarktfähigkeit der jungen Generation nachhaltig, was ein wichtiger Punkt für die deutsche Bildungslandschaft ist.

Die gemeinsamen Nenner der fortschrittlichen Systeme, die in Deutschland, Kanada, Dänemark und dem Vereinigten Königreich beobachtet wurden, liegen in einem ganzheitlichen, integrierten Ansatz. Dieser umfasst einen frühen Beginn der Maßnahmen, deren Kontinuität während des gesamten Bildungsweges und eine koordinierte Zusammenarbeit aller relevanten Akteure. In Deutschland beispielsweise müssen Schulen, die an der Initiative KAoA teilnehmen, einen festen Bestandteil zur Berufsorientierung im Curriculum verankern.

Für herausragende Qualität in der Orientierung wird das „Berufswahl-SIEGEL“ verliehen. Interessanterweise kann die Betreuungsdichte in Deutschland bei etwa vier Berufsberatern pro 1000 Schüler liegen. Dies zeigt den Stellenwert, der der individuellen Begleitung beigemessen wird, auch wenn die Verteilung regional variieren kann.

Im Gegensatz dazu präsentiert sich die Berufsberatung in einigen anderen Staaten, wie beispielsweise den USA, oft fragmentierter. Kanada und Großbritannien hingegen üben eine deutlich stärkere staatliche Kontrolle über ihre entsprechenden Dienste aus. Empfehlungen zur Optimierung dieser Strukturen umfassen die Sicherstellung einer angemessenen Personaldecke für die Beratungsstellen, die feste Integration der Berufsorientierung in den Lehrplan sowie den Aufbau stabiler Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft.

Britische Forscher, die erfolgreiche Praktiken aus sechs Ländern, darunter Kanada und Deutschland, analysierten, identifizierten das Fehlen einer engen Verzahnung zwischen Schule und Arbeitgebern als Schwachstelle aktueller Systeme. Arbeitgeber verfügen über das einzigartige Wissen bezüglich realer Arbeitsprozesse und der aktuell gefragten Kompetenzen. Eine solche datengestützte und praxisorientierte Integration verschafft den Bürgern einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf dem globalen Arbeitsmarkt und ist somit ein Gebot der Stunde.

Quellen

  • Periódico Melilla HOY

  • Fundación Bertelsmann

  • Fundación Bertelsmann

  • Fundación Bertelsmann

  • GIPES

  • CCDF

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