Proteste im Iran dauern an: Eskalation und die Drohung militärischer US-Intervention nach Todesfällen

Bearbeitet von: Svetlana Velgush

Die regierungsfeindlichen Unruhen in der Islamischen Republik Iran sind mit Stand vom 12. Januar 2026 in ihre dritte Woche eingetreten. Die anfängliche Zündschnur für diese Demonstrationen, die Ende Dezember 2025 begannen, war ein massiver wirtschaftlicher Abschwung. Dieser beinhaltete eine Halbierung des Wertes des iranischen Rial gegenüber dem US-Dollar und eine jährliche Inflationsrate, die Anfang Januar 2026 Berichten zufolge zwischen 42,2 und 42,5 Prozent lag. Beobachter stellen fest, dass sich die Parolen der Demonstranten rasch gewandelt haben und nun direkte Forderungen nach einem Sturz des theokratischen Systems beinhalten.

Die iranischen Behörden reagierten mit äußerster Härte auf die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung. Es wurden Überwachungssysteme mittels unbemannter Flugobjekte eingesetzt. Darüber hinaus wurde ab dem 8. Januar 2026 eine nahezu vollständige Internetdrosselung verhängt. Wie die Organisation NetBlocks berichtete, sank die Netzwerkkonnektivität dadurch auf nur noch etwa 1 Prozent des normalen Niveaus. Laut bestätigten Zahlen der Menschenrechtsorganisation HRANA vom 11. Januar belief sich die Zahl der Todesopfer auf mindestens 538 Personen. Diese Zahl setzt sich zusammen aus 490 Demonstranten und 48 Angehörigen der Sicherheitskräfte. Die Gesamtzahl der Festnahmen überstieg 10.600 Personen. Der Bürgermeister von Teheran, Alireza Zakani, meldete erhebliche Schäden in der Hauptstadt: 25 Moscheen wurden in Brand gesteckt, 26 Banken und 10 staatliche Einrichtungen außer Betrieb gesetzt. Die iranische Führung ordnete zudem eine dreitägige Staatstrauer für die getöteten Sicherheitskräfte an.

Vor dem Hintergrund dieser innenpolitischen Krise hat sich die internationale Rhetorik, insbesondere zwischen Teheran und Washington, verschärft. US-Präsident Donald Trump, der eigenen Angaben zufolge „stündlich“ informiert wird, erklärte, der Iran habe angesichts der Todesfälle von Demonstranten eine „rote Linie“ überschritten. Er ließ verlauten, dass die US-Verteidigungsministerien „sehr ernste Optionen“ prüfen, wobei der Einsatz militärischer Gewalt nicht ausgeschlossen sei. Trump erwähnte zudem die Möglichkeit von Konsultationen mit Elon Musk, um den Internetzugang über Starlink als Reaktion auf die staatliche Blockade zu erweitern.

Als direkte Antwort auf diese Äußerungen warnte der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, dass im Falle eines Angriffs durch die USA amerikanische Militärstützpunkte sowie israelische Vermögenswerte in der Region zu „legitimen Zielen“ würden. Die offizielle Darstellung der Lage bleibt indes gespalten. Irans Außenminister Abbas Araghchi beharrt darauf, dass die Situation „vollständig unter Kontrolle“ sei. Er beschuldigt die USA und Israel, seit dem 8. Januar zu Gewalt aufzustacheln und bewaffnete Elemente unter die Demonstranten gemischt zu haben.

Demgegenüber ruft der ins Exil vertriebene Kronprinz Reza Pahlavi vehement um internationale Unterstützung und sieht eine „reale Chance“ für die Iraner, „ihr Land zurückzuerobern“. Der Generalstaatsanwalt Mohammad Movahed-Azad drohte damit, dass Protestierende als „Feinde Gottes“ eingestuft werden könnten, was mit der Todesstrafe geahndet wird. Gleichzeitig versichert der Gouverneur von Teheran, Mohammad Sadegh Motamedian, dass die Proteste „schnell abflauen“ würden.

Die internationale Reaktion zeigt sich polarisiert. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, sprach sich entschieden gegen jegliche ausländische Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Iran aus. US-Außenminister Marco Rubio und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu führten Beratungen über mögliche Schritte der USA, woraufhin Israel seine Streitkräfte in erhöhte Bereitschaft versetzte. Das Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, beschuldigte die Demonstranten, einer ausländischen Agenda zu folgen, die darauf abzielt, Präsident Trump entgegenzukommen. Diese Entwicklungen, verschärft durch die Nachwirkungen des Krieges mit Israel und den USA im Juni 2025, verdeutlichen die tiefgreifende strukturelle Anfälligkeit des iranischen Wirtschaftsmodells, bei dem Schätzungen zufolge bis Anfang 2026 bis zu 10 Prozent der Bevölkerung von Hungersnot bedroht waren.

25 Ansichten

Quellen

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