Australien und Kanada vertiefen strategische Allianz durch kritische Mineralien
Bearbeitet von: Svetlana Velgush
Am Donnerstag, den 5. März 2026, haben Australien und Kanada ihre strategische Partnerschaft durch die Unterzeichnung wegweisender Abkommen offiziell gefestigt. Diese Vereinbarungen zielen primär darauf ab, die Versorgungssicherheit bei kritischen Ressourcen zu garantieren und die verteidigungspolitische Zusammenarbeit massiv zu intensivieren. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Rivalität zwischen den globalen Großmächten positionieren sich beide Nationen damit als eng koordinierte „Mittelsmächte“ auf der internationalen Bühne.
Der Besuch des kanadischen Premierministers Mark Carney wurde durch seine historische Rede vor dem australischen Parlament unterstrichen – der ersten Ansprache eines kanadischen Regierungschefs an diesem Ort seit dem Jahr 2007. Carney betonte in seinen Ausführungen, dass Mittelsmächte in Zeiten geopolitischer Spannungen zusammenrücken müssten, um ihre kollektive Stärke zu bündeln, anstatt isoliert um die Gunst der Großen zu konkurrieren. Ein zentraler Pfeiler der neuen Absprachen ist der offizielle Beitritt Australiens zur kanadisch geführten G7-Allianz für kritische Mineralien, die 2025 ins Leben gerufen wurde, um Lieferketten zu diversifizieren und die Abhängigkeit von dominanten Quellen, insbesondere China, zu verringern.
Zusammengefasst kontrollieren Australien und Kanada etwa ein Drittel der weltweiten Produktion von Lithium und Uran sowie über 40 Prozent des globalen Eisenerzmarktes. Australien hat bereits 1,2 Milliarden australische Dollar für den Aufbau einer nationalen strategischen Reserve an kritischen Mineralien wie Antimon, Gallium und Seltenen Erden bereitgestellt. Dieser Fonds wird künftig eng mit den kanadischen Verteidigungsbevorratungsplänen abgestimmt. Tim Hodgson, der kanadische Minister für Energie und Bergbau, erklärte dazu, dass eine solche Produktionsallianz durch die Koordination von Kapazitäten und Beschaffung weitaus effektiver sei als die bloße Festlegung von Preisuntergrenzen.
Die Kooperation erstreckt sich zudem auf den Verteidigungssektor, die maritime Sicherheit sowie den Handel und die Künstliche Intelligenz (KI). Ein wesentlicher Bestandteil der militärischen Zusammenarbeit ist die Ausbildung kanadischen Personals an dem arktischen Fernaufklärungs-Radarsystem (A-OTHR) auf australischem Boden, die Mitte 2026 beginnen soll. Dieses System basiert auf denselben technologischen Prinzipien wie das australische JORN-Netzwerk und ist laut General Jennie Carignan, der kanadischen Generalstabschefin, von entscheidender Bedeutung für den Schutz der kanadischen Territorien im hohen Norden.
Der australische Premierminister Anthony Albanese erklärte bei dem gemeinsamen Auftritt mit Carney, dass Australier und Kanadier in einer sich rasant wandelnden Welt verstärkt auf sich selbst, ihre Bürger und einander vertrauen müssten. Die Partnerschaft fußt auf identischen politischen Systemen und der bewährten Zusammenarbeit innerhalb des „Five Eyes“-Geheimdienstbündnisses. Zudem begrüßten beide Staatschefs die engere Vernetzung der nationalen Institute für KI-Sicherheit durch eine neue Absichtserklärung. Das Treffen in Sydney unterstrich den Willen von Ottawa und Canberra, die technologische Kooperation zu beschleunigen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Krisen durch gemeinsame Entwicklungen im Verteidigungssektor zu erhöhen.
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Quellen
Reuters
Prime Minister of Canada
The Guardian
CTV News
The Business Times
Reuters
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