Steven Wilson erweckt die Ozeane von Yes zu neuem Leben: Ein dreijähriges Remix-Epos

Bearbeitet von: Inna Horoshkina One

Ankündigung von YES Tales From Topographic Oceans Super Deluxe Edition

Im Februar 2026 wird das renommierte Label Rhino eine Super Deluxe Edition eines der ambitioniertesten und zugleich umstrittensten Werke in der Geschichte des Progressive Rock veröffentlichen: Tales From Topographic Oceans von der Band Yes. Diese Neuauflage ist weit mehr als eine einfache Wiederveröffentlichung; sie markiert die Rückkehr zu einem klanglichen Fundament, auf dem Musik in den Dimensionen von Kosmos, Geist und Zeit neu definiert wurde.

Yes: Tales From Topographic Oceans Dokumentarfilm

Das ursprüngliche Album, das am 7. Dezember 1973 in Großbritannien erschien, war das sechste Studioalbum der Band und markierte einen entscheidenden Wendepunkt. Es war die erste Aufnahme mit dem Schlagzeuger Alan White, der Bill Bruford ersetzt hatte. Dieser Schritt ins Unbekannte betraf sowohl die personelle Besetzung als auch die schiere Größe des künstlerischen Vorhabens.

Die konzeptionelle Idee hinter dem Album entsprang der spirituellen Suche des Frontmanns Jon Anderson. Er ließ sich von einer Fußnote in Paramahansa Yoganandas Buch Autobiographie eines Yogi inspirieren, in der die vier Shastras erwähnt werden. Diese altindischen Schriften der hinduistischen Philosophie werden nicht als starre Dogmen, sondern als eine Art Landkarte für die verschiedenen Pfade der menschlichen Existenz verstanden.

Jede der vier monumentalen Kompositionen des Albums korrespondiert mit einem dieser spirituellen Wege. Der erste Teil widmet sich dem Dharma, was die kosmische Ordnung und das moralisch richtige Handeln innerhalb des Universums beschreibt. Es bildet den Auftakt zu einer Reise, die den Hörer tief in philosophische Sphären führt.

Der zweite Pfad, Artha, befasst sich mit den Strukturen der Gesellschaft und der materiellen Welt. Hier wird die Musik genutzt, um die organisatorischen und physischen Aspekte unseres Daseins klanglich darzustellen, was einen interessanten Kontrast zu den eher ätherischen Passagen des Albums bildet.

Kāma stellt den dritten Teil dar und konzentriert sich auf die Energie des Verlangens, der Liebe und der schöpferischen Kreativität. In diesem Abschnitt erreicht das Album eine besondere emotionale Intensität, die die menschliche Leidenschaft in den Mittelpunkt der musikalischen Erzählung rückt.

Den Abschluss bildet Mokṣa, das Streben nach Befreiung und das Hinausgehen über die Grenzen des eigenen Egos. Dieser finale Teil der Reise symbolisiert die spirituelle Erlösung und rundet das Werk als eine Form der klanglichen Transzendenz ab.

Auf diese Weise ist das gesamte Album wie eine musikalische Mandala aufgebaut: Die vier Seiten des ursprünglichen Vinyls stellen vier Ebenen der Erfahrung dar, die zusammen eine ganzheitliche Reise des Bewusstseins bilden. Die Musik wird hierbei nicht als eine bloße Sammlung von Liedern verstanden, sondern als ein tiefgreifender Pfad der Kontemplation.

Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung spaltete Tales From Topographic Oceans die Fachwelt. Während einige Kritiker die enorme Länge und die konzeptionelle Dichte als überfordernd empfanden, feierten andere den beispiellosen Mut der Band. Dennoch war das Album ein kommerzieller Erfolg: Es führte die britischen Charts an, erreichte Platz sechs in den USA und wurde mit Gold ausgezeichnet.

Die Aufnahmen fanden in den Morgan Studios statt, wo die Band Zugriff auf die erste 24-Spur-Maschine Großbritanniens hatte. Diese technische Neuerung ermöglichte es Yes, einen wahrhaft ozeanischen Klangraum zu erschaffen. Keyboarder Rick Wakeman äußerte später zwar Kritik an der Komplexität des Materials, doch gerade diese internen Spannungen trugen maßgeblich zur Legendenbildung des Albums bei.

Die neue Super Deluxe Edition bietet eine umfassende Restaurierung dieses musikalischen Erbes und umfasst insgesamt 12 CDs, 2 LPs sowie eine Blu-ray. Zu den exklusiven Inhalten gehören:

  • Völlig neue Remixe von Steven Wilson, einschließlich einer immersiven Version in Dolby Atmos.
  • Bisher unveröffentlichte Konzertmitschnitte aus Manchester vom November 1973 und aus Zürich vom April 1974.
  • Eine exklusive Lithografie des Künstlers Roger Dean, dessen ikonische Cover-Gestaltungen zum visuellen Code von Yes wurden.

Steven Wilson widmete fast drei Jahre seines Lebens der Aufgabe, dieses Album neu abzumischen. Sein Ziel war es nicht, das Werk zu modernisieren, sondern seine innere Architektur freizulegen und dabei die Monumentalität sowie den Geist der Epoche zu bewahren. Diese Arbeit ist die Fortsetzung seines langjährigen Dialogs mit dem Katalog von Yes, nachdem er bereits Alben wie The Yes Album, Fragile, Close to the Edge und Relayer bearbeitet hat.

In einer Ära, die von schnellen Playlists und oberflächlichem Konsum geprägt ist, fungiert Tales From Topographic Oceans als ein Plädoyer für das entschleunigte Hören. Epische Kompositionen wie The Revealing Science of God (Dance of the Dawn) lassen sich nicht fragmentiert beurteilen; sie fordern vom Hörer volle Präsenz, Aufmerksamkeit und Zeit.

Diese Neuveröffentlichung ist kein bloßer Akt der Nostalgie und auch keine museale Geste. Es ist eine Einladung, erneut in einen Ozean einzutauchen, in dem der Klang als Landkarte des Bewusstseins dient und Musik zu einer Form der spirituellen Erfahrung wird.

Tales From Topographic Oceans ist ein Werk, das nicht altert, sondern darauf wartet, dass die Welt wieder bereit ist, ihm in seiner Gesamtheit zuzuhören. Im Jahr 2026 erinnert uns die Band Yes daran, dass man manchmal zu den tiefsten Gewässern zurückkehren muss, um den Weg nach vorne zu finden.

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Quellen

  • 104.5 KDAT

  • Rolling Stone

  • DhakaTribune

  • The Times of India

  • RTTNews

  • thedailyjagran.com

  • Filmibeat

  • Loudwire

  • Cherry Red Records

  • Rarewaves.com

  • The Second Disc

  • Film Music Reporter

  • Wikipedia

  • Live Nation Newsroom

  • HotNewHipHop

  • Deeds Magazine

  • 360 MAGAZINE - GREEN

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  • Daily Sun

  • Dhaka Tribune

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