Experten beleuchten Risiken unsachgemäßer Weinlagerung im Haushalt
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Die unsachgemäße Lagerung von Wein im häuslichen Umfeld stellt laut Experten eine signifikante Bedrohung für die Qualität der Tropfen dar. Schädliche Einflüsse wie übermäßige Hitze, Lichtexposition und mechanische Vibrationen beschleunigen unerwünschte chemische Prozesse, welche das aromatische Profil negativ verändern können. Die Konstanz der Umgebungstemperatur ist dabei oft wichtiger als die Einhaltung eines exakten Wertes, wobei Schwankungen zwischen sommerlichen 30 Grad Celsius und winterlichen 10 Grad Celsius dem Wein auf Dauer erheblich schaden.
Ein besonders kritischer Ort für die Aufbewahrung ist die Oberseite eines herkömmlichen Haushaltskühlgeräts. Dieser Bereich akkumuliert aufsteigende Wärme und die ständigen Vibrationen des Kompressors stören den Reifeprozess. Solche Erschütterungen können das im Wein enthaltene Sediment aufwirbeln, was für die harmonische Entwicklung bei Langzeitlagerungen, die fünf Jahre oder länger dauern sollen, kontraproduktiv ist. Die Vermeidung von Geräten, die Vibrationen erzeugen, wie Waschmaschinen oder Trockner, sollte strikt beachtet werden.
Die ideale Temperaturspanne für die langfristige Konservierung von Wein wird von Fachleuten konsistent in einem kühlen Bereich angesiedelt, typischerweise zwischen 11 und 14 Grad Celsius, wobei auch Bereiche von 10 bis 15 Grad Celsius als optimal gelten. Übersteigt die Temperatur dauerhaft 20 Grad Celsius, reift der Wein merklich schneller, was zu einem flachen und oxidierten Geschmack führen kann. Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt hingegen können den Korken durch Ausdehnung der Flüssigkeit beschädigen. Garagen erweisen sich wegen extremer Temperaturschwankungen als gänzlich ungeeignet, da thermische Extreme die Integrität der Korkdichtungen gefährden und somit den Eintritt von Sauerstoff begünstigen.
Licht, insbesondere ultraviolette (UV) Strahlung, stellt eine ernste Gefahr dar, da UV-Strahlen chemische Reaktionen auslösen, die zur Degradation wichtiger Aromastoffe führen können, ein Phänomen, das als Goût de Lumière bekannt ist. Selbst das gängige Grünglas von Weinflaschen filtert oft nur etwa 30 Prozent der UVA-Strahlung. Daher wird empfohlen, Flaschen in lichtdichten Kartons oder Holzkisten zu lagern oder Lagerbereiche mit lichtdichten Vorhängen auszustatten.
Für den kurzfristigen Gebrauch ist der Kühlschrank zwar praktisch, für die dauerhafte Aufbewahrung jedoch ungeeignet, da die dort herrschenden Temperaturen von oft nur 2 bis 7 Grad Celsius zu niedrig sind. Hinzu kommt, dass die geringe Luftfeuchtigkeit den Korken austrocknen kann, was langfristig zur Aufnahme von Fremdgerüchen aus dem Kühlschrank führt. Die Einhaltung einer konstanten Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 80 Prozent, idealerweise um 70 Prozent, ist ein weiterer Pfeiler der fachgerechten Lagerung. Für ambitionierte Sammler stellt die Investition in einen spezialisierten Weinkühlschrank, der konstante Bedingungen gewährleistet, eine sinnvolle Alternative zum traditionellen Weinkeller dar.
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Quellen
The Drinks Business
Forbes
The Shout Magazine (New Zealand)
Genuwine Cellars
London Wine Competition
Vineyard Wine Cellars
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