Überprüfung indigener Literatur in Redwood-Nationalparks durch Bundesdekret angeordnet

Bearbeitet von: Uliana Soloveva

Eine neue Richtlinie der Regierung unter Präsident Donald Trump hat eine umfassende Revision von Informationsmaterialien in den US-Bundes- und Nationalparks eingeleitet. Im Fokus dieser Maßnahme stehen Werke, die eine kritische Perspektive auf die Geschichte der Vereinigten Staaten werfen und etablierte Narrative hinterfragen. In den Redwood National and State Parks führte dies bereits zur Identifizierung und potenziellen Entfernung von Büchern, die sich intensiv mit der Kultur und Geschichte der amerikanischen Ureinwohner auseinandersetzen, was eine Debatte über die historische Darstellung in öffentlichen Räumen entfacht hat.

Diese Entwicklung ist eine unmittelbare Konsequenz aus der Executive Order 14253 mit dem Titel „Restoring Truth and Sanity in American History“, die am 27. März 2025 unterzeichnet wurde. Das Dekret verpflichtet Bundesbehörden, darunter das Innenministerium, dazu, Inhalte zu identifizieren und zu melden, die nach Ansicht der Verfasser „Amerikaner der Vergangenheit oder Gegenwart unangemessen herabwürdigen“. Stattdessen soll der Fokus der öffentlichen Präsentation verstärkt auf die „Größe, den Überfluss und die Pracht“ der natürlichen Landschaften Amerikas gelegt werden. Infolge dieser Anweisung haben Mitarbeiter der Redwood-Parks bereits neun Buchtitel markiert, die für einen möglichen Ausschluss aus dem Verkaufssortiment in den Besucherzentren geprüft werden.

Die betroffenen Publikationen widmen sich primär der Historie und den Traditionen indigener Völker, deren angestammte Gebiete sich mit den heutigen Grenzen des Nationalparksystems überschneiden. Zu den markierten Werken gehören unter anderem die folgenden Titel:

  • „We Are the Land“ von Damon B. Akins und William J. Bauer
  • „California Through Native Eyes“ von William J. Bauer Jr.
  • „Adopted by Indians“ von Thomas Jefferson Mayfield
  • „We Are Dancing for You“ von Cutcha Risling Baldy

Diese literarischen Arbeiten beleuchten die Geschichte Kaliforniens aus der Sicht der Ureinwohner und thematisieren dabei schwierige Kapitel wie Kolonialisierung, Zwangsumsiedlungen und den kulturellen Widerstandsgeist der Stämme.

Die Auswirkungen dieser neuen politischen Linie sind landesweit spürbar, wobei hunderte Materialien zu sensiblen Themen wie Sklaverei, der Bürgerrechtsbewegung und sogar dem Klimawandel unter Beobachtung stehen. Diese systematische Überprüfung zielt darauf ab, die pädagogische Ausrichtung der Nationalparks grundlegend zu verändern. Ein konkretes Beispiel ereignete sich im Juli 2025 im Muir Woods National Monument, wo eine Informationstafel mit dem Titel „History in the Making“ über das Volk der Miwok entfernt wurde. Bereits im Januar verschwand zudem eine Gedenktafel aus dem Grand-Teton-Nationalpark, die die Verbindung eines frühen Entdeckers zu einem Massaker an indigenen Völkern dokumentierte.

Trotz der offiziellen Kennzeichnung zur Überprüfung waren die fraglichen Bücher am vergangenen Donnerstag weiterhin in den Regalen des Besucherzentrums Prairie Creek in Redwood für die Öffentlichkeit zugänglich. Ein Sprecher des Innenministeriums betonte in diesem Zusammenhang, dass es sich bei den vorliegenden Dokumenten lediglich um „interne Entwürfe und Beratungspapiere“ handele, die keinesfalls endgültige Entscheidungen des Ministeriums widerspiegeln würden. Dennoch wächst die Besorgnis unter Historikern und Bildungsaktivisten stetig, da die potenzielle Entfernung solcher Ressourcen den Besuchern den Zugang zu wichtigen Bildungsquellen über die komplexen historischen Schichten der geschützten Gebiete dauerhaft verwehren könnte.

3 Ansichten

Quellen

  • New York Post

  • Lost Coast Outpost

  • Utah Public Radio

  • Indian Country Today

  • The Washington Post

  • Federal Register

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