Internationale Forschergruppe entdeckt dunkles Objekt mit anomaler Dichteverteilung in 6,5 Milliarden Lichtjahren Entfernung

Bearbeitet von: Uliana S.

Eine internationale Gruppe von Astronomen hat im fernen Universum eine potenziell neue Art eines unsichtbaren dunklen Objekts entdeckt, die anscheinend keinerlei Ähnlichkeit mit irgendetwas hat, das zuvor beobachtet wurde.

Eine internationale Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Simone Vegetti vom Max-Planck-Institut für Astrophysik (MPA) hat im Januar 2026 ihre Analyseergebnisse zu einem unsichtbaren kosmischen Körper veröffentlicht. Diese Entdeckung, publiziert im Fachjournal Nature Astronomy, betrifft ein Objekt, das sich in einer Entfernung von 6,5 Milliarden Lichtjahren zur Erde befindet. Das Besondere daran: Das nicht-emittierende Objekt konnte ausschließlich durch die Gravitationsstörung nachgewiesen werden, die es auf den Hintergrundstrahlungseffekt ausübt. Diese Störung ermöglichte die Rekonstruktion eines außerordentlich ungewöhnlichen Dichteprofils, was etablierte kosmologische Modelle fundamental in Frage stellt.

Eine internationale Gruppe von Astronomen hat im fernen Universum eine potenziell neue Art unsichtbarer dunkler Objekte entdeckt, die anscheinend keinerlei Ähnlichkeit mit irgendetwas hat, das zuvor beobachtet wurde.

Die tiefgehende Untersuchung der Gravitationsverzerrung wurde durch die Korrelation von Daten aus einem globalen Netzwerk von Radioteleskopen realisiert. Diese Teleskope wurden gebündelt, um ein virtuelles Superinstrument von der Größe unseres Heimatplaneten zu schaffen. Zu den zentralen Messgrößen gehören die bereits erwähnte Distanz von 6,5 Milliarden Lichtjahren sowie eine geschätzte Masse von etwa einer Million Sonnenmassen. Neben Dr. Vegetti waren auch die italienischen Wissenschaftler Cristiana Spingola und Davide Massari vom Nationalen Institut für Astrophysik (INAF) in Bologna an dieser wegweisenden Studie beteiligt. Dieses Resultat baut auf Vorarbeiten aus dem Oktober 2025 auf, als mit derselben Methode bereits eine Gravitationsstörung eines kleineren Objekts registriert werden konnte.

Die angewandte Methodik stützt sich auf das Prinzip der Gravitationslinsenwirkung. Dieses Verfahren erlaubt es, unsichtbare Strukturen indirekt zu untersuchen und die Massenverteilung, einschließlich der Dunklen Materie, abzubilden. Die anschließende Dichteanalyse offenbarte eine faszinierende Dualität: Während der Kern des Objekts mit dem einer Schwarzen Lochs oder eines extrem dichten Sternkerns übereinstimmt, weist die äußere Region eine Abflachung auf. Diese äußere Zone bildet eine ausgedehnte, nicht-emittierende, scheibenförmige Komponente aus. Die Forscher spekulieren, dass diese Konstellation einen bisher nicht klassifizierten Typus dunkler Objekte darstellen könnte, was die Standardvorstellungen über kalte und warme Dunkle Materie herausfordert.

Das einzigartige Dichteprofil zeichnet sich durch eine hohe Konzentration im Zentrum aus, gefolgt von einer signifikanten, aber flacheren Ausdehnung nach außen. Für ein Objekt dieser ungefähren Masse ist ein solches Muster bisher beispiellos. Die Wissenschaftler betonen, dass die Konsequenzen für die derzeitigen kosmologischen Paradigmen erheblich wären, sollten nachfolgende Beobachtungen – beispielsweise durch das James Webb Space Telescope (JWST) – keinerlei Lichtemissionen nachweisen können. Simone Vegetti, die auch die Forschungsgruppe Lise Meitner am MPA leitet, hat zuvor maßgeblich an der Entwicklung bayesianischer Modellierungstechniken für Gravitationslinsen mitgewirkt, bekannt als Gravitations-Emulation, um Substrukturen der Dunklen Materie aufzuspüren.

Im weiteren Kontext ist diese Entdeckung von großer Relevanz, da sie unmittelbar die Modelle zur Natur der Dunklen Materie berührt. Diese macht schätzungsweise rund 85 Prozent der Gesamtmasse des Universums aus. Es ist ein echtes Puzzlestück, das hier gefunden wurde, und es könnte helfen, die Lücken in unserem Verständnis des Kosmos zu schließen.

Parallel zu dieser bahnbrechenden Entdeckung meldete die NASA im Januar 2026, dass das Hubble-Weltraumteleskop ein weiteres singuläres Objekt identifiziert hat: Cloud-9. Dieses befindet sich in einer Entfernung von 14 Millionen Lichtjahren zur Erde. Cloud-9 ist eine sternenlose Gaswolke, in der Dunkle Materie dominiert, wobei deren Masse auf etwa 5 Milliarden Sonnenmassen taxiert wird. Im Gegensatz zu Vegettis Objekt, das durch die Verzerrung des Lichts ferner Galaxien sichtbar wurde, wurde Cloud-9 als eigenständige, wasserstoffreiche Struktur erfasst und gilt als „Relikt“ aus der Frühphase der Galaxienentstehung.

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Quellen

  • L'Eco di Bergamo

  • ANSA.it

  • Ansa Tecnologia

  • Media INAF

  • MPA Garching

  • EurekAlert!

  • Wikipedia

  • Ansa Tecnologia

  • MPA Garching

  • Media INAF

  • ResearchGate

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