Globaler Temperaturdurchschnitt übersteigt erstmals Dreijahresbasis von 1,5°C inmitten von Extremwetterereignissen 2025

Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17

Erstmals wurde die im Pariser Abkommen festgelegte Schwelle der globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius über einen Dreijahresdurchschnitt hinweg im Jahr 2025 überschritten. Dies geht aus den Ergebnissen hervor, die das europäische Konsortium World Weather Attribution (WWA) kürzlich veröffentlichte. Bemerkenswert ist diese Entwicklung, da das Jahr 2025 von La-Niña-Bedingungen geprägt war – einem natürlichen Klimaphänomen, das normalerweise tendenziell leicht kühlend wirkt. Dies verdeutlicht eindrücklich die überragende Rolle der kontinuierlich anhaltenden, menschengemachten Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Die WWA-Analyse prognostiziert zudem mit nahezu absoluter Sicherheit, dass 2025 als das zweit- oder drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen eingehen wird.

Im Verlauf des Jahres 2025 erlebte unser Planet eine signifikante Zunahme der klimatischen Unbeständigkeit. Das WWA identifizierte insgesamt 157 separate Extremwetterereignisse, die die festgelegten Kriterien für humanitäre Auswirkungen erfüllten. Die häufigsten Gefahren waren Hitzewellen und Überschwemmungen, die jeweils 49 Mal auftraten. Dicht gefolgt wurden sie von Stürmen, die 38 Mal registriert wurden. Von den 22 Ereignissen, die das Konsortium detailliert untersuchte, wurde bei 17 nachweislich festgestellt, dass sie durch den menschengemachten Klimawandel entweder deutlich verschärft oder wahrscheinlicher gemacht wurden. Dies bestätigt, dass die planetenaufheizenden Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger gefährliche Wetterphänomene intensiviert haben.

Die tödlichste Gefahr des Jahres stellte die extreme Hitze dar. Zwischen Juni und August forderte sie schätzungsweise 24.400 Todesopfer in 854 europäischen Städten. Forscher des Imperial College London und der London School of Hygiene & Tropical Medicine kalkulierten, dass etwa 68 Prozent dieser Todesfälle direkt auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Dies entspricht einer Verdreifachung der erwarteten Opferzahl in einer Welt ohne diese Erwärmung. Italien verzeichnete mit 4.597 die höchste Zahl dieser klimabedingten Todesfälle, gefolgt von Spanien mit 2.841, Deutschland mit 1.477, Frankreich mit 1.444 und dem Vereinigten Königreich mit 1.147 Opfern. Die Untersuchung hob ferner hervor, dass Personen ab 65 Jahren 85 Prozent der Übersterblichkeit ausmachten, was die erhöhte Anfälligkeit der alternden Bevölkerung Europas unterstreicht.

Darüber hinaus verschärften die atmosphärischen Gegebenheiten das Risiko katastrophaler Brandereignisse auf der Iberischen Halbinsel erheblich. Die Wetterlagen, die die verheerenden Waldbrände in Portugal und Spanien begünstigten, wurden durch den Klimawandel schätzungsweise 40 Mal wahrscheinlicher gemacht. Die begleitenden heißen, trockenen und windigen Bedingungen vor den Bränden im August waren im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zudem um 30 Prozent intensiver. Wissenschaftler merkten an, dass solche extremen Wetterperioden, die historisch nur einmal in 5.000 Jahren auftraten, im aktuellen Klimaregime nun voraussichtlich alle 15 Jahre eintreten könnten.

Die leitende WWA-Wissenschaftlerin Friederike Otto betonte eindringlich, dass allein Anpassungsmaßnahmen nicht ausreichen, um diesen eskalierenden Gefahren zu begegnen. Das britische Met Office prognostiziert für das Jahr 2026, dass die Temperaturen weiterhin zwischen 1,34°C und 1,58°C über den vorindustriellen Mittelwerten schwanken werden. Dies untermauert die dringende Notwendigkeit eines umfassenden Umstiegs weg von fossilen Energiesystemen. Der WWA-Bericht warnt davor, dass die Welt sich den „Grenzen der Anpassung“ nähert, einem Punkt, an dem Vorsorge die Folgen der anhaltenden Erwärmung nicht mehr vollständig abfedern kann.

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Quellen

  • Notícias ao Minuto Brasil

  • World Weather Attribution – Exploring the contribution of climate change to extreme weather events

  • The World Weather Attribution Annual Report 2025 - INSIGHTS IAS

  • From deadly heatwaves to flash floods: How Europe's extreme weather events defined 2025

  • 2025 Among the Three Hottest Years Ever Recorded

  • Jobs - Post-doc position atmospheric scientist (KNMI) - EGU

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