Erstmals seit 2017 durchgehende Eisdecke auf dem Plattensee; Behörden warnen vor Betreten

Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17

Zum ersten Mal seit langer Zeit ist der Balaton in Ungarn zugefroren.

Die Oberfläche des Plattensees, des größten Binnensees Mitteleuropas in Westungarn, hat infolge einer intensiven Kälteperiode im Januar 2026 erstmals seit Januar 2017 eine durchgehende Eisdecke ausgebildet. Dieses seltene winterliche Phänomen überzog die Wasserfläche, die 2018 etwa 594 Quadratkilometer umfasste, vollständig. Die letzte vergleichbare, stabile Eisdecke, die das Betreten erlaubte, wurde im Januar 2017 mit einer durchschnittlichen Dicke von 22 bis 30 Zentimetern verzeichnet, was damals Schlittschuhlaufen zwischen Orten wie Badacsony und Fonyód ermöglichte.

Die jüngste Vereisung war ein dynamischer Prozess, der durch anfängliche starke Windböen im Januar 2026 behindert wurde, welche die Bildung einer soliden Schicht durch fragmentierte Eisschollen verhinderten. Erst als die Windgeschwindigkeiten nachließen und die Nachttemperaturen in Ufernähe auf unter -10 Grad Celsius fielen, konnte sich am frühen Freitagmorgen eine kohäsive Eisfläche über das gesamte Gewässer erstrecken, wie das Wetterportal Időkép berichtete. Zuvor lag die Wassertemperatur des Sees bei etwa 1 Grad Celsius.

Trotz der visuellen Transformation und der fast dekadischen Pause seit dem letzten vollständigen Zufrieren mahnen offizielle Stellen zur Vorsicht. Die Meteorologische Dienststelle HungaroMet gab am 13. Januar 2026 unmissverständliche Warnungen heraus, dass das Betreten des Eises weiterhin strengstens untersagt und lebensgefährlich sei. Die aktuelle Eisdicke erreiche bei Weitem nicht die für eine sichere Begehbarkeit notwendigen 10 Zentimeter, was durch jüngste Schneefälle zusätzlich erschwert werde, da der Schnee isolierend wirkt und die notwendige Verdickung behindert.

Das Phänomen des vollständigen Zufrierens des Plattensees wird von Beobachtern zunehmend auf den fortschreitenden Klimawandel zurückgeführt, der in Ungarn zu extremeren Temperaturschwankungen führt. Während der See im Winter 1984/85 Eisstärken von bis zu 42 Zentimetern aufwies, tendieren die Winter seitdem zu milderen Bedingungen. Die Behörden überwachen die Situation weiterhin genau, wobei die anhaltende Kälteperiode mit prognostizierten Tiefstwerten um -10 Grad Celsius am 13. Januar 2026 theoretisch zur Stabilisierung der Eisdecke beitragen könnte, die unmittelbare Gefahr durch ungleichmäßige Dicke jedoch bestehen bleibt.

Die Bevölkerung wird aufgefordert, die Warnungen ernst zu nehmen und die Schönheit der gefrorenen Landschaft ausschließlich aus sicherer Entfernung zu genießen. Die geringe durchschnittliche Tiefe des Balaton von nur 3,25 Metern begünstigt zwar eine schnellere Durchwärmung im Sommer, macht ihn aber auch anfällig für schnelle Tauprozesse bei Temperaturanstiegen.

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Quellen

  • Sokszínű vidék

  • Vertex AI Search

  • Telex

  • HVG

  • Balatonfüred.hu

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