Ergebnisse der wissenschaftlichen Expedition in den südlichen Inseln von Guadeloupe: Neue Arten und gestärktes Wissen über die Biodiversität

Bearbeitet von: An goldy

Anfang 2025 wurden die Resultate der umfassenden wissenschaftlichen Mission „La Planète Revisitée des Îles de Guadeloupe“ (LPRIG) bestätigt. Diese fand Ende 2024 im südlichen Teil des Guadeloupe-Archipels statt. Die Expedition dokumentierte die Entdeckung neuer, weltweit einzigartiger Flora- und Faunarten, was die laufenden Bemühungen zur Inventarisierung der regionalen Biodiversität eindrucksvoll fortsetzt.

Das LPRIG-Projekt wurde gemeinschaftlich vom Regionalen Biodiversitätsamt der Inseln von Guadeloupe (ARB-IG), dem Nationalen Museum für Naturgeschichte (MNHN) und der Französischen Biodiversitätsbehörde (PatriNat) organisiert. Rund 100 Forschende beteiligten sich an der detaillierten Untersuchung der Gebiete der Inseln La Désirade, Marie-Galante und Les Saintes. Die Forschung erstreckte sich über sechs Wochen, beginnend am 27. September 2024. Dabei wurden sowohl marine als auch terrestrische Komponenten berücksichtigt, wobei ein besonderer Fokus auf der sogenannten „vernachlässigten“ Biodiversität lag: Kleinstlebewesen wie Moose, Flechten, Pilze sowie Arthropoden und Mollusken.

Diese jüngste Unternehmung stellt eine logische Weiterführung früherer Meereskampagnen dar, nämlich Karubenthos I aus dem Jahr 2012 und Karubenthos II aus dem Jahr 2015. Diese früheren Missionen hatten bereits zur Entdeckung von über 300 neuen Spezies geführt und galten seinerzeit als die tiefgreifendste Inventarisierungsstudie in der gesamten Karibik. Im Rahmen von LPRIG wurde ein besonderes Augenmerk auf die Sammlung von Proben gelegt, um etwa 400 DNA-Barcodes von Arten zu erstellen. Dies soll das lokale Verständnis der fragilen Naturwelt des Archipels signifikant vertiefen.

Der Guadeloupe-Archipel ist Teil des globalen Biodiversitäts-Hotspots Karibik und zeichnet sich durch ein außergewöhnliches, wenngleich verletzliches Naturerbe aus. Etwa 701 Arten sind dort endemisch. Die geografische Abgeschiedenheit und die Vielfalt der Mikroklimata haben zu diesem hohen Endemismusgrad beigetragen. Gleichzeitig macht diese Isolation die lokale Flora und Fauna anfällig für Bedrohungen wie Urbanisierung und den Klimawandel. Das LPRIG-Projekt, das auch durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wurde, zielt darauf ab, aktuelle wissenschaftliche Daten zu generieren, die in die nationalen und europäischen Strategien zum Schutz der Biodiversität einfließen werden.

An der Mission waren nicht nur Wissenschaftler lokaler, nationaler und internationaler Ebene beteiligt, sondern auch über 110 lokale Unternehmen und Vereinigungen. Dazu zählten Fischer, die für die logistische Unterstützung auf See sorgten, sowie Studenten. Der Erfolg der Expedition unterstreicht den Status des Archipels als eine der artenreichsten Regionen der Kleinen Antillen mit einer bemerkenswerten Vielfalt an Lebensräumen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden künftig eine fundiertere Politik im Bereich des Naturschutzes ermöglichen, was für die Inseln von unschätzbarem Wert ist.

7 Ansichten

Quellen

  • Outre-mer la 1ère

  • Agence Régionale de Biodiversité des Îles de Guadeloupe

  • MNHN

  • Figaro Nautisme

  • Parc national de la Guadeloupe

  • EWAG

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