Beginn der 31. Ukrainischen Antarktis-Expedition: Dokumentation extremer klimatischer Anomalien

Bearbeitet von: Uliana Soloveva

Die 31. ukrainische Antarktis-Expedition ist an der Station in vollem Gange, und die 30. Expedition ist nach Hause zurückgekehrt.

Am 26. März 2026 begann ein neues Kapitel in der ukrainischen Polarforschung, als die 31. Ukrainische Antarktis-Expedition (UAE) offiziell ihren Dienst auf der Forschungsstation Akademik Vernadsky antrat. Dieser feierliche Machtwechsel von der scheidenden 30. UAE markierte einen historischen Wendepunkt: Mit der Meteorologin Anzhelika Ganchuk übernahm erstmals in der Geschichte des Landes eine Frau die Leitung einer solchen Mission. Während der Zeremonie auf der Galindez-Insel, die zum Archipel der Argentinischen Inseln gehört, nahm sie den symbolischen Stationsschlüssel von ihrem Vorgänger Oleksandr Poludionnyi entgegen. Die Station selbst, die 1996 vom Vereinigten Königreich an die Ukraine übergeben wurde, hat sich längst als unverzichtbares Zentrum der internationalen Wissenschaft etabliert.

Анжелика Ханчук, Kommandantin der Basis der 31. Ukrainischen Antarktis-Expedition — die erste Frau, die eine einjährige Expedition an der Akademik Vernadsky-Station geleitet hat.

Das Team der 30. UAE hinterließ umfangreiche wissenschaftliche Aufzeichnungen, wobei insbesondere die Daten zur atmosphärischen Ozonschicht, die bereits seit 1957 kontinuierlich überwacht wird, für Aufsehen sorgten. Die Forscher dokumentierten die früheste jemals verzeichnete Schließung des Ozonlochs über der Antarktischen Halbinsel, die am 1. Dezember 2025 stattfand. Diese positive Entwicklung im zweiten Jahr in Folge mit rekordverdächtig niedrigen Ozonabbauwerten wird vorläufig auf die langfristige Wirksamkeit des Montrealer Protokolls von 1987 zurückgeführt. Dennoch mahnen die Wissenschaftler zur Vorsicht, da der Zeitraum zwischen 2020 und 2023 durch einen ungewöhnlich starken Ozonabbau geprägt war, was weitere detaillierte Analysen dieser Schwankungen erforderlich macht.

Neben der Ozonüberwachung belegen die Messungen der Station einen stetigen und besorgniserregenden Erwärmungstrend in der regionalen Meeresumwelt. Während der gesamten Saison 2025 sanken die Wassertemperaturen in der Nähe der Station kein einziges Mal unter den kritischen Gefrierpunkt – ein beispielloses Phänomen seit Beginn der aktuellen Aufzeichnungen im Jahr 2002. Zudem bildete sich im Jahr 2025 keine stabile Meereisdecke um die Station, was zur drittniedrigsten Eisaktivität in der Geschichte der Satellitenüberwachung führte. Zum Vergleich: Im vorangegangenen Jahrzehnt konnten Zeiträume mit Temperaturen unter -1,8 °C bis zu 148 Tage andauern, während diese Intervalle in den Jahren 2024 und 2023 auf lediglich 4 beziehungsweise 10 Tage schrumpften.

Die 31. UAE besteht aus einem Team von 14 engagierten Spezialisten, die ihre Arbeit auf ein breites Spektrum an Untersuchungen in den Bereichen Geophysik, Meteorologie und Biologie konzentrieren werden. Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Mission ist die Fortführung bedeutender internationaler Partnerschaften, darunter gemeinsame wissenschaftliche Projekte mit Mitgliedern der ersten mexikanischen Antarktis-Expedition. Solche Kooperationen verdeutlichen die tiefe Integration der ukrainischen Wissenschaft in das globale Konsortium der Polarforschung. Die auf der Station gesammelten Datenreihen gehören zu den am längsten laufenden in der Antarktis und sind essenziell, um großräumige planetare Prozesse und Umweltveränderungen nachzuvollziehen.

Die Auswirkungen des Klimawandels in der Region zeigen sich auch deutlich in der physischen Landschaft und im Verhalten der lokalen Tierwelt. So ist beispielsweise die Penola-Straße, die die Galindez-Insel von der antarktischen Küste trennt, seit 2019 nicht mehr stark genug zugefroren, um Überquerungen auf Skiern zu ermöglichen – ein Vorhaben, das früher regelmäßig durchgeführt wurde. In den letzten 80 Jahren ist die durchschnittliche Jahrestemperatur an der Station von etwa -5,5 °C auf aktuelle Werte zwischen -1,8 °C und 2 °C gestiegen. Dieser signifikante Erwärmungstrend wird von den Wissenschaftlern genauestens beobachtet, wobei sie eine direkte Korrelation zwischen den steigenden Temperaturen und dem immer früher stattfindenden Schlüpfen der Eselspinguin-Küken in den umliegenden Kolonien festgestellt haben.

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Quellen

  • unn.ua

  • Украинские Национальные Новости (УНН)

  • Дім

  • Национальный антарктический научный центр (НАНЦ)

  • ТиКиїв

  • ZN.ua

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