Kopfreiben bei Katzen: Soziale Markierung durch Pheromone als Vertrauensbeweis
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Das alltägliche Verhalten der Katze, bekannt als Kopfreiben oder „Bunting“, transportiert eine tiefere Botschaft als bloße Zuneigung. Es signalisiert dem menschlichen Gegenüber fundamentales Vertrauen, Zugehörigkeit und ein Gefühl des Wohlbefindens. Diese instinktive Handlung ist ein zentrales Element der gesamten felinen sozialen Kommunikation, da dabei Pheromone freigesetzt werden, die aus spezialisierten Drüsen an Kopf, Wangen und Kinn der Katze stammen.
Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass dieses Verhalten eine essenzielle Geste zur sozialen Bindungsstärkung darstellt. Durch das sanfte Reiben überträgt die Katze Duftstoffe, die für das menschliche Riechorgan nicht wahrnehmbar sind, aber für Artgenossen wichtige Informationen liefern. Dieser individuelle Pheromon-Cocktail wird von Forschern mit dem menschlichen Fingerabdruck verglichen, da er die einzigartige Signatur der Katze trägt. Durch diese Markierung erklärt die Katze die adressierte Person effektiv zum Mitglied ihres engsten „Stammes“ und beansprucht sie liebevoll für sich.
Konkret dient das Köpfchengeben mehreren Zwecken innerhalb der sozialen Struktur. Es fungiert als soziale Markierung, indem die Katze den Menschen in ihr sicheres und vertrautes Umfeld integriert und somit einen „Gruppenduft“ etabliert. Darüber hinaus ist es ein hohes Kompliment, das Anerkennung und Akzeptanz durch das Tier signalisiert und die soziale Kohäsion verstärkt. Forscher der Oregon State University stellten in einer Studie mit 70 Katzen fest, dass etwa 64 Prozent der Tiere eine sichere Bindung zu ihren primären Bezugspersonen aufweisen, was die wissenschaftliche Grundlage für solche tiefen sozialen Verbindungen untermauert.
Um die volle Tragweite dieser Geste zu erfassen, ist die Beobachtung begleitender Verhaltensweisen von Bedeutung. Das gleichzeitige Auftreten von Schnurren oder dem sogenannten langsamen Blinzeln, bekannt als „Katzenkuss“, untermauert die Botschaft der tiefen Zuneigung. Zusätzlich zur Gesichtsmakierung finden sich Pheromondrüsen auch an anderen Körperstellen, wie den Pfotenballen. Wenn eine Katze auf dem Schoß des Besitzers „tritt“ oder knetet, markiert sie diesen Ort ebenfalls als sicher. Dieses komplexe System der Duftkommunikation, das auch über das Vomeronasalorgan (VNO) wahrgenommen wird, zeigt, dass Katzen ihre sozialen Beziehungen durch eine unsichtbare, chemische Sprache ständig bestätigen.
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Quellen
eldiariodecarlospaz.com.ar
TN
El Universal
Clínica Veterinaria La Asunción
Infobae
Rover.com
Feliway ES
Cats.com
El Diario de Carlos Paz
Tiendanimal
Infobae
Cat Behavior Associates
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