Forschung bestätigt individuelle Namensgebung bei Großen Tümmlern
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Die Erforschung der tierischen Kommunikation deckt zunehmend hochentwickelte Signalgebungssysteme auf, die über einfache Reaktionen hinausgehen. Insbesondere die Vokalisationen von Meeressäugern stehen im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen, welche die fortgeschrittene Intentionalität in deren Lautäußerungen belegen. Aktuelle Studien, die den Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Analyse von Delfinlauten einschließen, konzentrieren sich auf Populationen in Gebieten wie der Sarasota Bay in Florida.
Das Sarasota Dolphin Research Program (SDRP) betreibt dort seit 1970 die weltweit längste Studie an einer wildlebenden Delfingruppe. Diese einzigartige, über Jahrzehnte geführte Datengrundlage ermöglicht die Untersuchung von Kommunikation, Sozialstruktur und Biologie der Großen Tümmler (Tursiops truncatus). Forscherteams, darunter Wissenschaftler der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) und der Universität St. Andrews in Schottland, analysieren diese umfangreichen Aufzeichnungen, um die Struktur und Bedeutung der Delfinkommunikation zu entschlüsseln.
Die Forschung bestätigt die Existenz von geteilten Pfiffen, die als individuelle akustische Signaturen fungieren und potenziell die Funktion von Eigennamen erfüllen. Jeder Große Tümmler entwickelt in seiner frühen Kindheit einen einzigartigen Signaturpfiff, den er lebenslang als persönliches Kennzeichen beibehält. Experimente zeigten, dass Delfine auf eine computergenerierte Kopie ihres eigenen Signaturpfiffs reagieren, selbst wenn die ursprüngliche Stimmlage entfernt wurde. Dieses Verhalten belegt die Erkennung des Namens unabhängig von der spezifischen Stimmfarbe und deutet auf ein hohes Maß an Selbstwahrnehmung und kommunikativer Absicht hin.
Wissenschaftler wie Stephanie King und Vincent Janik von der Universität St. Andrews belegten durch das Abspielen verschiedener Signaturen im Wasser, dass die Tiere gezielt auf die Imitation ihres Namens reagieren. Diese Fähigkeit, Bezeichnungen zu lernen und sich darüber auszutauschen, ist ein fundamentaler Aspekt referenzieller Kommunikation, der bei Delfinen als seltener Fall direkter, gelernter Anrede unter Artgenossen gilt. Die Analyse von über 40 Jahren an akustischen Daten durch KI-Modelle, die teilweise auf Googles Gemma-Familie basieren, soll nun dazu beitragen, auch nicht-signaturhafte Pfiffe zu entschlüsseln, die möglicherweise wortähnliche Funktionen erfüllen.
Diese tiefgehende Beobachtung der akustischen Signale unterstreicht die Notwendigkeit, die Mechanismen nicht-menschlicher Kognition umfassend zu verstehen. Die Fähigkeit der Delfine, Töne zu erzeugen, deren Frequenz unabhängig vom Wasserdruck konstant bleibt, ist ein weiteres technisches Detail dieser komplexen Kommunikation. Die Forschung, gefördert unter anderem durch den Coller Dolittle Challenge-Award, zielt darauf ab, durch das Verständnis dieser Systeme die evolutionären Wurzeln von Sprache und Kommunikation zu ergründen.
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Quellen
ElPeriodico.digital
Scienmag: Latest Science and Health News
Earth.com
HSB Noticias
El Asombroso Lenguaje Oculto Entre Los Animales: ¿cómo Se Entienden Sin Palabras?
Noticias Ambientales
YouTube
EurekAlert!
UiB
The University of Bergen
Smithsonian Magazine
Cultivar Magazine
Bioengineer.org
University of Warwick
Earth.com
New York Today
ScienceDaily
Popular Science
Standardbred Canada
El Minuto — Noticias de México al instante
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