Beinstärke als zentraler Indikator für kardiovaskuläre Gesundheit und Lebensdauer
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Die Stärkung der Beinmuskulatur gilt als fundamentaler Pfeiler für die Erreichung einer gesteigerten kardiovaskulären und metabolischen Gesundheit, was direkt mit einer erhöhten Lebensspanne korreliert, wie medizinische Fachleute betonen. Herzchirurg Dr. Jeremy London, mit über 25 Jahren Erfahrung, positioniert die Skelettmuskulatur, insbesondere die großen Muskelgruppen der unteren Extremitäten, als einen entscheidenden Prädiktor für den allgemeinen Gesundheitszustand und die Langlebigkeit. Diese Sichtweise wird durch das Konzept der „muskelzentrierten Medizin“ gestützt, welche das Skelettmuskelgewebe als das „Organ der Langlebigkeit“ betrachtet, da es tiefgreifende Auswirkungen auf die metabolische Steuerung und die Prävention altersbedingter Erkrankungen hat.
Die physiologischen Vorteile des Aufbaus von Beinmuskelmasse sind vielfältig. Gezieltes Krafttraining, das auf diese großen Muskelgruppen abzielt, verbessert nachweislich die Glukosekontrolle und ermöglicht eine effektive Blutzuckerregulation, wodurch das Risiko für das metabolische Syndrom, einen bekannten Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, reduziert wird. Zudem trägt die Aktivierung dieser umfangreichen Muskelmasse zur Steigerung der Produktion von Stickstoffmonoxid bei, einer Substanz, die für die Entspannung der Blutgefäße und somit für eine gesunde vaskuläre Funktion essenziell ist. Studien belegen, dass ein Oberschenkelumfang von mindestens 60 Zentimetern mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert ist, da mehr Muskelmasse hilft, systemische Entzündungen zu reduzieren.
Die Aufrechterhaltung der Muskelmasse ist nicht nur eine Frage der Mobilität, sondern auch ein Schutzschild gegen altersbedingte Gebrechlichkeit und das Risiko schwerer Stürze, so Dr. London. Forscher stellten fest, dass eine schwache Muskulatur die Sterblichkeit um bis zu 50 Prozent erhöhen kann, während Männer mit der höchsten Muskelkraft und der stärksten Kreislauffitness eine um 60 Prozent niedrigere Sterblichkeitsrate im Vergleich zur Gruppe mit der geringsten Kraft aufwiesen. Die Skelettmuskulatur stellt das größte Stoffwechselorgan des Körpers dar und macht je nach Zustand 30 bis 50 Prozent der gesamten Körpermasse aus. Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln unterstreicht, dass aktive Muskeln Botenstoffe, sogenannte Myokine, ausschütten, welche das Immun-, Hormon- und Herz-Kreislauf-System positiv beeinflussen.
Die positiven Effekte von Krafttraining zeigen eine bemerkenswerte Nachhaltigkeit: Eine einjährige Trainingsmaßnahme bei älteren Erwachsenen konnte die Muskelkraft und fettfreie Masse für bis zu drei Jahre erhalten, selbst nach Beendigung des Programms. Dies impliziert, dass Investitionen in das Beintraining langfristige Vorteile für die Selbstständigkeit und Vitalität sichern. Die Reduzierung des Blutdrucks ist ein weiterer wichtiger Aspekt, da ein zu hoher Druck die Blutgefäße schädigt und Ablagerungen fördern kann, was die Durchblutung beeinträchtigt. Die Kombination aus gezieltem Krafttraining und Ausdauertraining wird von Sportmedizinern als die effektivste Strategie für die langfristige Gesundheit angesehen. Für eine optimale Muskelgesundheit ist neben dem Training auch die adäquate Proteinzufuhr entscheidend, wobei Studien zeigen, dass 40 Gramm Protein pro Mahlzeit die Proteinsynthese stärker fördern als 25 Gramm.
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Quellen
The Business Standard
Hindustan Times
The Business Standard
The Business Standard
The Doctor's Kitchen
Oprah Daily
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