Ileismus: Selbstgespräch in dritter Person als Werkzeug zur Emotionsregulation
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Psychologische Forschung liefert zunehmend Belege für die Wirksamkeit der Technik, den eigenen Namen anstelle des Pronomens „Ich“ in emotional belastenden Situationen zu verwenden, um die Selbstregulation zu verbessern. Dieses Verfahren, bekannt als Ileismus, etabliert eine vorteilhafte psychologische Distanz zu überwältigenden Gefühlen, indem die Selbstansprache in die dritte Person verlagert wird.
Wissenschaftler der Michigan State University und der University of Michigan untermauerten diese Theorie in Experimenten, bei denen die Hirnströme von Probanden gemessen wurden, während diese auf verstörende Bilder reagierten oder sich an schmerzhafte Erinnerungen klammerten. Die Ergebnisse, publiziert im Fachmagazin Scientific Reports, zeigten, dass die Anwendung dieser Methode zu einer geringeren Aktivität im emotionalen Teil des Gehirns führt, wenn die Teilnehmer ihren eigenen Namen verwenden, anstatt in der Ich-Form zu sprechen. Experten postulieren, dass dieser sprachliche Wechsel den Geist anregt, das Problem nicht nur zu erleben, sondern es von außen zu betrachten, was eine größere Klarheit bei Gefühlen der Überforderung oder Blockade ermöglicht.
Die Nutzung der dritten Person kann eine relativ mühelose Form der Selbstbeherrschung darstellen. Wenn eine Person beispielsweise namens Max emotional aufgewühlt ist, ist die Reflexion „Warum ist Max traurig?“ effektiver bei der Emotionskontrolle als die Frage „Warum bin ich traurig?“. Diese Art der Selbstkommunikation bewirkt eine Erlebnisdissoziation, wodurch Gefühle einfacher und besser reguliert werden können, ohne dass eine verstärkte kognitive Kontrolle erforderlich ist. Der Ileismus unterstützt nachweislich das bessere Management von sozialem Stress und steigert die Leistungsfähigkeit unter Druck, wie Studien zum internen Dialog belegen.
Die Forscher Gainsburg und Kross von der University of Michigan untersuchten, wie die Verwendung des Eigennamens das Selbstkonzept beeinflusst, und stellten fest, dass dies zu einer höheren Selbstdistanz führt. Praktisch manifestiert sich dies darin, dass Personen ihre selbstkritischen Gedanken umformulieren müssen; anstatt zu denken „Ich bin blockiert“, sollte die Anweisung mit dem eigenen Namen erfolgen, etwa: „Max muss jetzt einen Weg finden“. Diese simple Modifikation im Selbstgespräch reduziert die emotionale Intensität, ohne übermäßigen mentalen Aufwand zu erfordern, und dient als zeitnahes Unterstützungsinstrument, um automatische negative Reaktionen zu unterbrechen und Gedankenmuster effizient zu ordnen.
Die Forschung zur Emotionsregulation, die sich seit den 1990er Jahren verstärkt im Fokus pädagogisch-psychologischer Studien befindet, untersucht auch neurobiologische und psychophysiologische Aspekte der Interaktion emotionaler und kognitiver Prozesse. Die Reduktion der emotionalen Beteiligung durch die dritte Person ist ein neurologisch messbarer Effekt, der eine leichtere Bewältigung von Stress, Angst und Sorgen im Alltag ermöglicht. Die bewusste Anwendung dieser sprachlichen Strategie erlaubt es, über sich selbst so nachzudenken, wie man es mit einer anderen Person tun würde, was die essenzielle Distanz für eine erfolgreiche Emotionskontrolle schafft.
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ResearchGate
Leon Hunter
Sonya Looney Show
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